Vincent van Gogh

Vincent van Gogh

*30.03.1853 — †29.07.1890

Antwerpen und Paris

Drei Monate sollte van Gogh in Antwerpen bleiben. Bald stellte sich Geldnot ein. Der Maler sparte lieber am Essen als an Malmaterialien; in seinen Briefen klagte er über gesundheitliche Probleme und Schwäche infolge der mangelhaften Ernährung. Hauptsächlich weil ihm dort Modelle und geheizte Räume kostenlos zur Verfügung standen, besuchte der nun 32-Jährige Kurse an der Kunstakademie. Von ehemaligen Mitstudenten sind Berichte überliefert, die ihn wiederum als Sonderling und Außenseiter beschreiben. Als an der Akademie im März 1885 die Ferien begannen, fuhr van Gogh zu seinem Bruder Theo nach Paris, dem damaligen Zentrum der Kunstwelt.

Nicht ohne Bedenken nahm Theo den Bruder in seiner Wohnung auf. Tatsächlich sollte das zweijährige Zusammenleben der beiden von Höhen und Tiefen geprägt sein.

Van Gogh belegte für einige Monate Kurse im Atelier von Fernand Cormon, einer privaten Kunstschule. Vor allem hier machte er die Bekanntschaft zahlreicher anderer Maler, darunter Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Signac, Louis Anquetin und Paul Gauguin. Freundschaft schloss er mit Émile Bernard. Im Kreise der jungen Kollegen, die wie er noch auf den Durchbruch warteten, war er offenbar recht gut integriert. Van Gogh, der für einen Zusammenschluss der konkurrierenden und vielfach zerstrittenen Künstler eintrat, organisierte zwei Gemeinschaftsausstellungen in Restaurants, die für ihn allerdings ohne Verkaufserfolg blieben. Ebenfalls erfolglos blieb die Ausstellung von Bildern im Schaufenster des Farbenhändlers und Kunstliebhabers Julien Tanguy.

In Paris lernte van Gogh den damals aktuellen Kunststil, den Impressionismus, kennen. Unter diesem Eindruck hellte seine vormals dunkle Palette sich auf, und er begann, mit verschiedenen Maltechniken zu experimentieren. Er malte viel im Freien, vor allem in der ländlichen Umgebung von Paris, so am Montmartre und in Asnières. Gleichzeitig lernte er Ukiyo-e, japanische Holzschnitte, beispielsweise von Katsushika Hokusai kennen und begann sie zu sammeln.

Auf Dauer aber waren das hektische Großstadtleben und die häufigen Streitereien unter den Malern, auch der Umstand, dass man ihm verboten hatte, auf der Straße zu malen, für ihn unerträglich. Er beschloss, die Stadt zu verlassen, worüber er später an Theo schrieb: „[…] als ich auf der Gare du Midi von Dir wegfuhr, war ich todunglücklich und beinah krank und beinah ein Säufer, weil ich mich so kaputtgemacht hatte.“ (Brief 544). Im Februar 1888 reiste er ins südfranzösische Arles.

Textquelle: Seite „Vincent van Gogh“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Dezember 2010, 19:15 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 25. Januar 2011, 23:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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