Zahi Hawass

Zahi Hawass

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Zahi A. Hawass (arabisch ‏زاهى حواس‎ Zāhī Ḥawāss) (* 28. Mai 1947 in Damiette, Ägypten) ist ein prominenter ägyptischer Ägyptologe. Er ist Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung (Supreme Council of Antiquities, SCA) und gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten, aber auch umstrittensten Ägyptologen der Gegenwart. Am 31. Januar 2011 wurde er zum neuen Minister für Altertumsgüter ernannt.

Leben und Werk

Zahi Hawass ursprüngliches Berufsziel war Rechtsanwalt. Er entschied sich jedoch anders und studierte griechische und römische Archäologie in Alexandria, wo er 1967 mit einem Bachelor abschloss. Sein Diplom in Ägyptologie erhielt er 1980 an der Universität Kairo. Mit Hilfe eines Fulbright-Stipendiums studierte er in Philadelphia, USA weiter Ägyptologie und syrisch-palästinensische Archäologie. Hier wurde er 1987 auch promoviert.

Seit 1988 unterrichtete er ägyptische Archäologie, Geschichte und Kultur, meist an der American University in Cairo und an der University of California in Los Angeles. 1998 ernannte man ihn zum Unterstaatssekretär für die Baudenkmäler in Gizeh. 2002 wurde er Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung. Neben seinen zahlreichen Projekten in der praktischen Archäologie schreibt Zahi Hawass auch Skripte für Dokumentationsfilme, die sich mit der Ägyptologie und ägyptischen Studien befassen. Oft tritt er dabei auch als Sprecher oder Kommentator in den Filmen auf.

Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung ist Hawass derzeit unter anderem der Grabungsdirektor für folgende Projekte:

  • Dritte Pyramide in Gizeh (Mykerinos-Pyramide),
  • Taltempel des Chephren in Gizeh,
  • Gräber der Aufseher südöstlich der Sphinx,
  • Teti-Pyramide (Teti II.) in Sakkara,
  • Nazlet-el-Batran und
  • Beni Youssef.

Darüber hinaus ist er auch Direktor der Sphinx-Restaurierung, Manager des Gizeh-Plateaus und der Grabungsstätten in Memphis. In den letzten Jahren beschäftigt sich Hawass unter anderem auch intensiv mit dem Pharao Tutanchamun. Zur Bestimmung seiner Todesursache ließ er am 6. Januar 2005 dessen Mumie computertomografisch untersuchen und anschließend über die Ergebnisse im selben Jahr neue Publikationen veröffentlichen.

Am 31. Januar 2011 wurde Hawass zum ägyptischen Minister für Altertumsgüter ernannt nachdem zuvor die gesamte Regierung vom ägyptischen Präsidenten entlassen wurde.

Bedeutung

Die Ägyptologie verdankt Hawass insgesamt eine höhere Beachtung von Seiten der internationalen Medien und der Weltöffentlichkeit. Für die Zukunft plant er 14 neue Museen, darunter das Große Ägyptische Museum in Gizeh, das allein eine halbe Milliarde US-$ kosten soll. Das Ägyptische Museum in Kairo wurde dank seiner Initiative renoviert. Hawass führte auch eine Bezahlung der heimischen Grabungsinspektoren durch die ausländischen Archäologen ein, sowie eine Publikation ihrer wissenschaftlichen Berichte auf Arabisch.

Für die Direktoren der archäologischen Museen in aller Welt ist Hawass im Laufe der Zeit zu einer der gefürchtetsten Personen geworden, da er im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern offensiv auf eine Rückgabe aller illegal in Ägypten ausgegrabenen und ausgeführten Altertümer besteht. In Pressemitteilungen werden in diesem Zusammenhang verstärkt die Büste der Nofretete[4] und der Stein von Rosette genannt.

Kritik

Von Fachkollegen wird die Arbeit von Zahi Hawass ambivalent beurteilt. Zwar wird seine fachliche Qualität hoch geschätzt und sein Einsatz zur Popularisierung der Ägyptologie gewürdigt, aber auch kritisiert, dass Hawass' Öffentlichkeitsarbeit zu einer nach Aufmerksamkeit heischenden Sensationsmache geworden sei. Besonders in der Kritik stand die Live-Übertragung der Erforschung des Belüftungsganges in der Cheops-Pyramide am 17. September 2002 und die gleichzeitige Öffnung eines Grabes. Hier wurde nicht nur die Übertragung kritisiert, sondern auch die Wissenschaftlichkeit der Arbeit. So wurde unter anderem von Dietrich Wildung, dem Direktor des Ägyptischen Museums in Berlin, angezweifelt, dass es sich wirklich um eine live-Übertragung bei der Sarkophagöffnung handelte, und bemängelt, dass Hawass die Ergebnisse zu positiv dargestellt habe.

Des Weiteren machte Hawass am 11. Februar 2009 umstrittene Äußerungen im ägyptischen Fernsehen, wonach die Juden planmäßig die Welt beherrschen sowie Wirtschaft und Medien kontrollieren würden. Seiner Meinung nach verdankten sie diese Stärke ihrer eigenen Geschlossenheit, während die arabische Welt hingegen uneins sei.

Auszeichnungen

  • 1998 First Class Award of Art & Science, eine der höchsten ägyptischen Auszeichnungen
  • 2000 erhielt Hawass die Ehrung eines Distinguished Scholar von der Association of Egyptian American Scholars; er ist eine von bisher 30 internationalen Persönlichkeiten, die mit dem Golden Plate Award von der American Academy of Achievement ausgezeichnet wurden.
  • Preisträger 2006 des Paestum Archeologia auf der Borsa mediterranea del turismo archeologico (Messe der Mittelmeerländer für Archäologie und Tourismus) in Poseidonia/Paestum.
  • Der Asteroid (17945) Hawass wurde nach ihm benannt.
Textquelle: Seite „Zahi Hawass“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. März 2011, 12:39 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 4. März 2011, 14:47 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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