Bau des Kröller-Müller Museums (Museen & Sammlungen)

Bau des Kröller-Müller Museums

Portrait

Der erste Architekt, den das Ehepaar Kröller-Müller mit der Planung eines Gebäudes für die Sammlung beauftragte, war Peter Behrens. Er entwarf 1911 das Landhaus Ellenwoude in Wassenaar, welches als Wohnhaus mit großem Galerietrakt konzipiert war. Dieser kubische Baukörper wirkte repräsentativ und besaß eine klare, klassische Formgebung. Nachdem die vorgelegten Zeichnungen Frau Kröller-Müller nicht überzeugten, entstand am Bauplatz ein Modell aus Holz und Leinwand in Originalgröße, was jedoch dazu führte den Architekten zu wechseln.

Nun erhielt zunächst der Mitarbeiter von Behrens Ludwig Mies van der Rohe den Auftrag für den Bau von Ellenwoude, wobei auf Drängen des Beraters H.P. Bremmer auch Hendrik Petrus Berlage aufgefordert wurde, Entwürfe einzureichen. Beide Architekten stellten ihre Entwürfe 1912 vor und auch der Entwurf von Mies van der Rohe wurde als Modell in Originalgroße errichtet. Zur Ausführung kamen jedoch beide Entwürfe nicht. Während sich das Ehepaar von Mies van der Rohe trennte, erhielt Berlage nun ein eigenes Büro oberhalb der Museumsräume von Frau Kröller-Müller in Den Haag.

Nach dem Ankauf der Hoge Veluwe in der Provinz Gelderland als Jagd- und Reitgebiet für die Kröller-Müllers entschied sich das Paar nun hier für zwei Neubauten: ein Jagdhaus und in geringer Entfernung beim Französischen Berg ein separater Museumsbau, die beide Berlage entwerfen sollte. Das Jagdhaus St. Hubertus entstand ab 1914, konnte bedingt durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Materialknappheit aber erst 1920 fertiggestellt werden. Ab 1916 arbeitete Berlage dann an den Entwürfen für das zu bauende Museum beim Französischen Berg. Kurz darauf kam es zum Zerwürfnis zwischen dem Architekten und der Sammlerin, die daraufhin 1919 Henry van de Velde mit Entwürfen für ein Museum beim Französischen Berg beauftragte. Dieser hatte bereits für den Sammler Karl Ernst Osthaus in Hagen ein viel beachtetes Museum erbaut.

Van de Veldes Entwurf für die Kröller-Müllers fand das Wohlwollen der Sammlerin. Der auf 6 Millionen Gulden veranschlagte Bau wurde 1921 begonnen. Ein Jahr später, als bereits der Unterbau fertiggestellt war, kam es wegen der internationalen Rezession und damit verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Ehepaars Kröller-Müller jedoch zum Baustopp. Dieses Gebäude ist nie zu Ende gebaut worden.

Das Jagdhaus und das gesamte Gebiet der Hoge Veluwe sind 1935 in eine Stiftung überführt worden, während die Kunstsammlung der niederländische Staat erhielt. Diese Schenkung erfolgte unter der Bedingung, dass auf dem Gebiet der Hoge Veluwe unter der Leitung des Architekten Henry van de Velde innerhalb von fünf Jahren ein Museum für die Kunstsammlung zu bauen sei. Nicht am ursprünglichen Standort Beim Französischen Berg sondern in einem Waldstück etwas weiter südlich entstand als Übergangsmuseum in den Jahren 1937 bis 1938 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Regierung ein von van de Velde entworfenes Provisorium. Dieser schlichte Bau ist bis heute der Kern des Museums und beherbergt die Sammlung. Ein Erweiterungsbau aus den Jahren 1972–1977 entwarf der niederländische Architekt Wim G. Quist. Hier sind Räume für Wechselausstellungen und das Museumscafé untergebracht.

Textquelle: Seite „Kröller-Müller Museum“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. Juni 2008, 15:45 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 8. Dezember 2008, 21:52 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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