Der Sturm (Zeitschrift)

Der Sturm (Zeitschrift)

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Der Sturm (Zeitschrift)

Portrait

Der Sturm (1910–1932) war eine bedeutende Zeitschrift des Expressionismus, sie wurde in Berlin von Herwarth Walden herausgegeben und erschien zuerst wöchentlich, dann halbmonatlich.

Zu den literarischen Mitarbeitern zählten u. a. Peter Altenberg, Max Brod, Richard Dehmel, Anatole France, Knut Hamsun, Arno Holz, Karl Kraus, Selma Lagerlöf, Else Lasker-Schüler, Adolf Loos, Heinrich Mann, Paul Scheerbart, René Schickele. Rund um die Zeitschrift bildete sich der Sturmkreis. Im Sturmverlag erschienen expressionistische Dramen (u. a. von Hermann Essig und August Stramm), Kunstmappen (Oskar Kokoschka), Künstlermonographien (Kandinsky-Album) und kunsttheoretische Schriften von Herwarth Walden. Bekannteste Verlagsreihe waren die Sturm-Bücher (z. B. Die Sturmbücher 1 und 2 waren Werke August Stramms – Sancta Susanna und Rudimentär). Neben den Büchern wurden auch Kunstpostkarten nach Werken junger, meist noch unbekannter Künstler herausgegeben: Franz Marc, Wassily Kandinsky, Oskar Kokoschka, August Macke, Carlo Mense, Gabriele Münter, Georg Schrimpf, Maria Uhden und andere.

Der Begriff Sturm wurde von Herwarth Walden zum Markenzeichen, zur Corporate Identity, bei der Durchsetzung der modernen Kunst in Deutschland ausgestaltet. Es gab auch eine Sturmbühne (1918), eine Sturm-Galerie (1912) und die Sturm-Abende, an denen futuristische Lyrik vorgetragen wurde. Europäische Bedeutung erlangte die Galerie durch den "Ersten deutschen Herbstsalon" 1913. An der von Georg Muche geleiteten Sturm-Kunstschule (1916) lehrten u.a. Oskar Kokoschka und Wassily Kandinsky sowie Maler der Brücke und des Blauen Reiter. 1917 wurde auch eine Sturm-Buchhandlung eingerichtet.

Vor allem in der Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs spielte Der Sturm eine entscheidende Rolle im französisch-deutschen Austausch der Expressionisten. Das besondere Verhältnis zwischen Berlin und Paris ist dabei zu beachten. Regelmäßig wurden Gedichte und Texte französischer bzw. französisch-sprachiger Expressionisten veröffentlicht (Guillaume Apollinaire, Blaise Cendrars etc.). Angesichts der Feindseligkeiten beider Nationen brach dieser Austausch mit dem Weltkrieg ab, wurde jedoch Anfang der 20er Jahre, allerdings deutlich bescheidener, erneuert.

1970 erschien im Verlag Kraus, Nendeln (Liechtenstein) ein Reprint aller erschienenen Bände.

Konzept

Herwarth Walden 1910 in einem Prospekt zur Abonnentenwerbung für seine Zeitschrift:

"DER STURM ist das Blatt der Unabhängigen. Kultur und Kunst der heutigen Zeit werden kritisch bewertet. In dieser Zeitschrift äußern sich nur Persönlichkeiten, die eigene Gedanken und eigene Anschauungen haben. Ausgeschlossen ist jede Art von Journalismus und Feuilletonismus. Die Wochenschrift DER STURM enthält in jeder Nummer Essays über Fragen der Kunst und Kultur. Die produktive Kunst erscheint in Romanen, Novellen und Gedichten bedeutender zeitgenössischer Autoren. Der Polemik und der Kritik in Wort und Linie wird weitester Raum gewährt."

Textquelle: Artikel Der Sturm (Zeitschrift). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. Juli 2008, 17:51 UTC. URL: http://de.wikipedia.org...(Zeitschrift)&oldid=48837443 (Abgerufen: 10. Oktober 2008, 22:07 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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