Fuji (Fujisan)

Fuji (Fujisan)

Portrait

Typ: Schichtvulkan Letzte Eruption: 1707
Alter des Gesteins: 100.000 Jahre
Erstbesteigung: 663 von einem unbekannten Mönch
Besonderheiten: Höchster Berg Japans

Der Fuji (jap.  Fujisan ) ist ein Vulkan und mit 3776 m Höhe über dem Meeresspiegel der höchste Berg Japans. Er liegt auf der japanischen Hauptinsel Honshū an der Grenze zwischen den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka, wo sich sein Gipfel befindet.

Geologie 

Der Fuji befindet sich in der Berührungszone der Eurasischen Platte, der Pazifischen Platte und der Philippinenplatte und gehört zu den Stratovulkanen (Schichtvulkanen) des pazifischen Feuerrings. Er wird als aktiv mit geringem Ausbruchsrisiko eingestuft.

Wissenschaftler nehmen an, dass der Fuji in vier unterschiedlichen Abschnitten vulkanischer Aktivität geformt wurde: Der erste Abschnitt (Sen-komitake) besteht aus einem tief im Berg liegenden Andesitkern. Danach kam Komitake Fuji, eine Basaltschicht, von der angenommen wird, dass sie vor mehreren hunderttausend Jahren geformt wurde. Vor ungefähr 100.000 Jahren bildete sich der „alte Fuji“ über der Oberfläche von Komitake Fuji. Vom modernen, „neuen“ Fuji wird angenommen, dass er vor ungefähr 10.000 Jahren über dem alten Fuji entstand.

Der letzte bekannte Ausbruch ereignete sich in der Edo-Zeit am 16. Dezember 1707 und dauerte etwa zwei Wochen. Damals bildeten sich auf halber Höhe ein zweiter Krater und ein zweiter Gipfel, nach dem Namen der damaligen Ära Hoei-zan benannt.

Name

Etymologie

Die moderne japanische Schreibweise des Fuji setzt sich aus den Kanji (fu, reich), (ji, Krieger) und (san, Berg) zusammen, aber es ist wahrscheinlich, dass die ersten beiden Zeichen nur gewählt wurden, weil ihre Aussprache mit dem Namen des Berges übereinstimmt.

Der Ursprung des Namens ist umstritten.

Zur Herkunft aus dem Japanischen gibt es viele Geschichten und Spekulationen, so zum Beispiel, dass der Name von 不尽 (fujin, endlos) kommt. Der japanische Namensforscher Kanji Kagami hat dagegen die These aufgestellt, dass der Name die gleichen Wurzeln wie „Glyzinie“ (eine Blume) und „Regenbogen“ (jap. niji oder fuji) hat und von den „langen gleichmäßigen Hängen“ des Berges herrührt.

In der Sprache der Ainu ist fuchi die Bezeichnung für „Feuer“, das von den verbliebenen Ainu auch heute noch als Göttin des Herdfeuers Kamui Fuchi (oder mit vollem Namen Apemerukoyan-mat Unamerukoyan-matauch) verehrt wird.

„Fujisan“ oder „Fudschijama“?

Die im Westen häufig verwendete Bezeichnung Fujiyama (im deutschsprachigen Raum laut Duden auch Fudschijama) beruht auf einer falschen Lesung des Zeichens „“ (Berg). Die Kun-Lesung dieses Zeichens lautet zwar -yama, in aus mehreren Zeichen zusammengesetzten Wörtern wird aber meistens die On-Lesung -san verwendet. Der japanische Name des Berges lautet „Fuji-san“. Fehlübersetzungen des Namens als „Herr Fuji“ rühren daher, dass die gleich lautenden Silben -san (, Berg) und -san (さん, neutrale japanische Anrede für Männer und Frauen) miteinander verwechselt werden.

Die geeignetste Umsetzung des Namens im Deutschen dürfte Fuji sein. Manche Japanologen vertreten allerdings die Auffassung, man könne Fujisan auch als Eigennamen verwenden, und berufen sich dabei zum Beispiel auf Mont Blanc und Mount Everest, da bei jenen das fremde Wort für „Berg“ ebenfalls unübersetzt bleibt, so etwa im englischen mit Mount Fuji (Berg Fuji). Die Silbe -san würde damit als Bestandteil des Namens aufgefasst, was auch bei vielen anderen japanischen Begriffen üblich ist (beispielsweise wird die nördlichste große Insel Japans Hokkaidō genannt und nicht „Verwaltungsbezirk Hokkai“).

Popularität

Der Berg, der im Shintoismus als heilig gilt, wurde angeblich zum ersten Mal 663 von einem unbekannten Mönch bestiegen. Bis zur Meiji-Zeit war der Berggipfel für Frauen verboten.

Fuji: Der Vulkan und eine Anbindungsstraße (Aufnahme von 2002)
Public Domain

Fuji: Der Vulkan und eine Anbindungsstraße (Aufnahme von 2002)

Heutzutage gehört der Fuji zu den beliebtesten Touristenzielen in Japan. Dank seiner Form ist der Berg im Vergleich zu anderen Dreitausendern relativ leicht zu ersteigen. Im Sommer, wenn der Aufstieg auf drei verschiedenen Routen für die Öffentlichkeit freigegeben ist, finden sich pro Tag rund 3.000 Touristen auf dem Gipfel ein.

Die höchste mit regulärem Kraftverkehr zu erreichende Station Gogōme (五合目, 5. Station) liegt auf etwa 2.300 m. Die Straße dorthin ist zur Obon-Zeit nur für Busse geöffnet.

Eine besonders schöne Aussicht vom Gipfel bietet sich, wenn die Sonne über dem Pazifik aufgeht. Viele Bergsteiger legen dazu in einer der auf 3.000–3.400 m gelegenen Hütten eine Pause ein und brechen gegen 2 Uhr nachts wieder auf.

In der Nähe erstreckt sich das Waldgebiet Aokigahara, das durch eine hohe Zahl dort verübter Selbsttötungen bekannt geworden ist.

Der Fuji in der japanischen Kunst

Wegen seines sehr symmetrischen Vulkankegels gilt der Fuji als einer der schönsten Berge der Welt und ist ein häufiges Thema in der japanischen Kunst. Der Berg kommt auch häufig in der japanischen Literatur vor und ist ein beliebtes Thema vieler Gedichte.

Die älteste erhaltene künstlerische Darstellung des Fuji stammt aus der Heian-Zeit und findet sich auf einer mit Papier bespannten Schiebewand aus dem 11. Jahrhundert. Die berühmteste Arbeit dürfte wohl Katsushika Hokusais Bilderzyklus „36 Ansichten des Berges Fuji“ sein, darunter vor allem das zwischen 1826 und 1830 entstandene Bild Die große Welle vor Kanagawa.

Textquelle: Seite „Fuji (Vulkan)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. Januar 2011, 07:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org...(Vulkan)&oldid=83566579 (Abgerufen: 14. Januar 2011, 20:24 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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