Rifkrieg (1921-1926) (Zweiter Marokkanischer Krieg) (Geschichte)

Rifkrieg (1921-1926) (Zweiter Marokkanischer Krieg)

Portrait

Als Rifkrieg (1921–1926) wird der militärische ausgetragene Konflikt, der Rifkabylen unter Abd el-Krim gegen die Ausweitung des spanischen Kolonialgebietes in Nordmarokko von der sporadischen Kolonie zu einer territorialen Kolonie als Protektoratsgebiet, entsprechend der Verträge von Fès vom 30. März 1912 und dem französisch-spanischen Vertrags vom 27. November 1912, bezeichnet.

Durch die Niederlage des Deutschen Reichs im ersten Weltkrieg wurden die Brüder Mannesmann mit Besitz im Rif, welcher etwa einem Achtel des Territoriums an Wert entsprach, als Konkurrenten im Rif ausgeschaltet. Ab 1921 begannen spanische Truppen, unter dem propagandistischen Vorwand einer Strafexpedition zur Ergreifung von Ahmed ben Mohammed el-Raisuli, das spanische Protektoratsgebiet im Rif zu besetzen. Die Besetzung wurde übereilt, ohne Sicherung von Nachschub durchgeführt, als ob das Ziel ausschließlich die Ergreifung eines Briganten wäre.

Der Führer der Berber-Stämme Abdelkrim sandte eine Warnung an den spanischen General Manuel Fernández Silvestre, dass er wenn dieser den Amekran-Fluss überqueren sollte, dies als Kriegshandlung betrachtet werden würde. Der Spanier sandte einen Voraustrupp über den Fluss, der noch am gleichen Nachmittag von rund 1.000 Rifkabylen umzingelt wurde, wobei 179 Spanier getötet wurden und der Rest den Rückzug antreten musste.

Am 22. Juli 1921 wurden die spanischen Stellungen bei Annual (Marokko) in der Schlacht von Annual im nordöstlichen Marokko direkt angegriffen, was im Verlauf von drei Wochen zu 8.000–10.000 getöteten spanischen Soldaten führte. Nach dem Desaster von Annual gab es einen Strategiewechsel auf spanischer Seite. Für das Verseuchungskonzept mit Senfgas (Lost) nach Hugo Stoltzenberg wurde das zentrale Rif bis Anfang 1925 zunehmend geordnet von den spanischen Truppen geräumt. Im Westen bei Tétouan zogen sie sich hinter eine nach Primo de Rivera bezeichnete Linie zurück und befestigten diese. Im Osten verteidigten sie ein reduziertes Gebiet um Melilla.

In der Euphorie des Sieges wurde 1923 die Rif-Republik proklamiert. Ihre Existenz widersprach der europäischen Einigung über die Aufteilung Marokkos. Es wurde eine wirksame Seeblockade gegen sie durchgeführt. Der französische Kriegsminister Paul Painlevé traf am 17. Juni 1925 in Madrid eine Vereinbarung mit dem Diktator Primo de Rivera. Am 13. Juli 1925 wird Henri Philippe Pétain zum Leiter der französischen Rif-Armee ernannt. Er hat die Befehlsgewalt über mehr als hundert Bataillone, nicht gezählt die Harkas des Majzen, der Verwaltung des Sultan Mulai Yusuf, mehr als 350.000 Soldaten. Ab 1925 besetzten 250.000 Mann unter Pétain die fruchtbaren Gebiete in Französisch-Marokko und unterbanden die Versorgung Rif-Republik mit Lebensmitteln. Gegen das von der Rif-Republik kontrollierte Gebiet wurden massiv Chemiewaffen eingesetzt. Am 8. September 1925 landeten spanische Truppen an der Küste bei Al-Hoceima.

Folgen

Das Protektorat Spanisch Marokko bestand bis 1957. Anschließend zogen sich die spanischen Truppen wieder auf die Gebiete der Plaza de soberanía zurück.

Der Einsatz von Lost stellte einen Bruch der Haager Landkriegsordnung da. Die Verseuchung mit Lost führte dazu, dass das Gebiet um Al-Hoceima auch heute noch die Lungenkrebsstatistik in Marokko anführt. Das Territorium wurde um den Preis seiner nachhaltigen Verseuchung gewonnen.

Textquelle: Seite „Rifkrieg (1921)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Januar 2009, 23:33 UTC. URL: http://de.wikipedia.org...(1921)&oldid=54876870 (Abgerufen: 14. Januar 2009, 19:17 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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