Hagia Sophia

Hagia Sophia

Portrait

Die Hagia Sophia (aus dem griechischen Ἅγια Σοφία „heilige Weisheit“, türkisch Aya Sofya oder Ayasofya) oder Sophienkirche ist eine ehemalige byzantinische Kirche, spätere Moschee und heute ein Museum (Ayasofya Camii Müzesi, „Hagia-Sophia-Moschee-Museum“) in Istanbul. Als Kuppelbasilika errichtet, setzte sie im 6. Jahrhundert n. Chr. neue architektonische Akzente. Die Hagia Sophia war die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und religiöser Mittelpunkt der Orthodoxie.

Als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser (seit 641) und Ort wichtiger historischer Geschehnisse ist die Hagia Sophia in besonderer Weise mit der byzantinischen Geschichte verbunden. Ihr Bau und ihre Symbolkraft war von außerordentlich hoher Bedeutung für die orthodoxe Christenheit und das Reich. Daher gilt sie den meisten Christen noch heute als großes Heiligtum. Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wurden christliche Insignien, Inneneinrichtung, Dekorationen und Glocken der Hagia Sophia zerstört, überputzt, entfernt oder geraubt. Als Hauptmoschee der Osmanen adaptiert, stellten sich die Sultane des 16. und 17. Jahrhunderts mit bedeutenden architektonischen Rezeptionen der Hagia Sophia in die byzantinische Tradition.

Bauhistorische Einordnung

Die Hagia Sophia gehört zu den herausragenden Bauwerken der Spätantike und ist das bedeutendste Beispiel für den Bautypus der Kuppelbasilika. Die Kuppelbasilika vereinigt Bauelemente, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Dazu gehören die bereits in römisch-republikanischer Zeit entstandenen Basiliken, als Orte der Versammlung, des Marktes und der Gerichtsbarkeit, sowie die Kuppelbauten römischer Mausoleen wie sie in der Kaiserzeit entstehen. Bei der Jerusalemer Grabeskirche, welche 326 begonnen wurde, sind beide Baukörper – Mausoleum und Basilika – noch voneinander getrennt; die erste Großkirche in Form eines Zentralbaues wird um 360 mit San Lorenzo in Mailand errichtet.

Das auffallendste Element der Hagia Sophia ist die monumentale Kuppel, welche den gesamten Innenraum beherrscht. Sie ruht auf Pendentifs zwischen vier mächtigen Pfeilern. Im Norden und Süden des rechteckigen Zentralbaus wird der Seitenschub von Strebwerk über den Seitenschiffen abgefangen. Im Westen und Osten übernehmen diese Aufgabe Konchen mit Halbkuppeln, deren Widerlager ihrerseits in insgesamt vier kleineren Kuppeln liegt. Über dem Narthex befindet sich die Kaisertribüne und seitlich je eine Galerie für die Frauen (Gynaikeion). Die bauhistorische Bedeutung der Kuppel liegt nicht in ihrer Größe, denn bereits im 1. Jahrhundert nach Christus war es den Römern möglich, noch umfangreichere Kuppeln zu errichten, sondern daran, dass sie architekturgeschichtlich erstmals nur auf vier Pfeilern ruht und so gleichsam über dem darunterliegenden Raum schwebend wirkt. Der Versuch, die architektonische Herausforderung mit einer extrem flachen Kuppel zu erhöhen, scheiterte an den geologischen Gegebenheiten im kleinasiatischen Raum, die durch immer wieder auftretende heftige Erdbeben in der Antike zu katastrophalen Zerstörungen führte.

Die der Göttlichen Weisheit gewidmeten Kirche steht auf einem Rechteck von rund 80 m Länge und 70 m Breite. Die Spannweite der Kuppel beträgt rund 32 m; der Kuppelraum ist vom Fußboden bis zum Kuppescheitelpunkt 55 m hoch.

Textquelle: Seite „Hagia Sophia“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. November 2009, 22:13 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 2. Dezember 2009, 20:40 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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