Tempel von Debod

Tempel von Debod

Portrait

Der Tempel von Debod ist ein altägyptischer Tempel, der in Madrid, Spanien, wiederaufgebaut wurde. Er wurde ursprünglich im heutigen Süden von Ägypten errichtet, an den Ufern des Nils, in der Nähe des ersten Nil-Kataraktes, in Unternubien. Die nächste Ortschaft hieß Debod, woher der Tempel seinen Namen ableitete. In unmittelbarer Nähe befand sich die Heiligtum der Göttin Isis. Der Tempel von Debod bildete einen Teil dieser Heiligenstätte, obgleich er dem Gotteskult des Amun gewidmet war.

Geschichte

Im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. beauftragte der nubische König Adikhalamani von Meroe den Bau einer kleinen Kapelle zu Ehren des Gottes Amun in der Nähe der Ortschaft Debod (der Tempel wurde allerdings vielleicht schon unter Ptolemaios IV. begonnen). Die Kapelle war bekannt unter dem Namen "Kapelle der Reliefs" und in ihr waren zahlreiche Inschriften mit Bezug auf den Gott Amun zu finden. Später fügten verschiedene ptolemäische Könige neue Kammern um den ursprünglichen Kern der Anlage hinzu. Weitere Vergrößerungs- und Verschönerungsarbeiten fanden unter den römischen Kaisern Augustus, Tiberius und vermutlich Hadrian statt.

Rettung vor Flutung

Der Bau des Assuan-Staudamms im Jahr 1960 brachte eine Reihe archäologischer Monumente der Nilregion in Gefahr geflutet zu werden. Daher erließ die UNESCO einen internationalen Aufruf zur Rettung des einzigartigen Kulturerbes im südlichen Ägypten. Zur Anerkennung der Hilfe Spaniens bei der Rettung des Tempels von Abu Simbel schenkte die ägyptische Regierung den Tempel von Debod im Jahre 1968 an Spanien. Der Tempel wurde jedoch bereits 1961 auseinandergenommen und auf der sog. Elefanteninsel in der Nähe des Staudamms zwischengelagert. Dort verblieben die großen Einzelblöcke bis zum April 1970, als sie flussabwärts nach Alexandria verbracht wurden. Im Juni 1970 wurden die Blöcke auf ein Schiff verfrachtet und über den Hafen Valencia bis nach Madrid transportiert.

Neue Heimat

Der Tempel wurde daraufhin in einem der schönsten Parkanlagen Madrids wiedererrichtet, und zwar auf ehemaligen Militärbaracken in der Nähe des Madrider Campo del Moro und des Parque del Oeste (deutsch: Westpark). Der Tempel ist seit 1972 öffentlich zugänglich und eines der wenigen Beispiele altägyptischer Architektur, welche außerhalb von Ägypten besichtigt werden können (und die einzige Ausstellung ihrer Art in Spanien).

Textquelle: Seite „Tempel von Debod“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. November 2009, 00:43 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 4. Januar 2010, 10:44 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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