Mesopotamien (Geschichte)

Mesopotamien

Portrait

Mesopotamien bedeutet „das (Land) zwischen den zwei Flüssen“ oder auch kurz „Zwischenstromland“ und bezeichnet im historischen Sinn das Gebiet der Talebenen zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, in denen die Stadtstaaten und Reiche der Sumerer, Babylonier, Aramäer und Assyrer lagen. Im Deutschen ist auch die Bezeichnung Zweistromland verbreitet.

Begriff und Definition

Die heutige Verwendung des Namens Mesopotamien für das Land zwischen den Strömen bezieht die Gebiete von Sumer und Akkad ein, dessen Talebenen unter der Bezeichnung Südmesopotamien bekannt sind. Ursprünglich begann das Gebiet von Mesopotamien auf Höhe des heutigen Bagdads und zog sich bis in die Regionen von Nordost-Syrien.

Geographie

Mit Mesopotamien als Zweistromland sind geographisch die heutigen Gebiete des Irak und Nordost-Syrien sowie der Südost-Türkei definiert. Als naturbedingte Grenzen gelten die östlichen Tal-Randlagen des Zagros- und Taurusgebirges, das Küstengebiet des Persischen Golfs und die beginnende syrisch-arabische Wüste. Die Quellregionen von Euphrat und Tigris gehörten dagegen geographisch nicht zu Mesopotamien. Mit dem Ende des neubabylonischen Reichs endet auch der historische Geschichtsbegriff Mesopotamiens. Die nachfolgenden Epochen mit ihren neuen politischen Staatsgebilden fallen daher nicht unter die historisch definierte Bezeichnung Mesopotamien.

Politische Einflussgebiete

Assyrien, Babylonien und Sumer unterhielten weitreichende politische Beziehungen zu den Nachbarländern, die auch teilweise zu Provinzen der mesopotamischen Kernländer erklärt wurden. Unter den Ländern des Altertums, die nicht zu den historisch definierten geographischen Gebieten Mesopotamiens zu zählen sind, befinden sich unter anderem Armenien, Urartu, Mittani, Medien, Elam und das frühe Perserreich, bevor es 539 v. Chr. den ersten Nachfolgestaat vom alten Mesopotamien bildete.

Vorgeschichte

Die ältesten archäologischen Besiedlungsspuren lassen sich für die Mitte des 11. Jahrtausends v. Chr. am mittleren Euphrat in Mureybet nachweisen, wo beigesetzte Stierschädel in Rundhäusern gefunden wurden. Es kann mit Sicherheit angenommen werden, dass ähnliche Verhältnisse in benachbarten Regionen vorlagen, da die Art der Funde die typischen Anzeichen des gesamten Mesopotamiens repräsentieren. Ab dem 10. Jahrtausend v. Chr. sind modellierte Frauenfigurinen zu finden. Obsidian in kleinen Mengen lässt auf Handel mit Kappadokien schließen. Die gefundenen Obsidianklingen sind Zeugnis eines frühen Handels.

Bis 8700 v. Chr. lässt sich ein architektonischer Fortschritt beobachten. Die vormals runden Wohnstätten wandeln sich zu eckigen Häusern, die auch nun über mehrere Räume verfügen. Getreidereste in Silos deuten auf erste landwirtschaftliche Tätigkeiten. Ab etwa 7700 v. Chr. weisen alle Häuser einen eckigen Stil auf, in denen menschliche Schädel gefunden wurden. Die spezielle Anordnung zeigt Ähnlichkeiten zum Totenkult von Jericho. Aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. stammen die ältesten Belege für Keramik. Die Objekte zeigen wechselnde Motive und Techniken, die einen langen Entwicklungsprozess über mehrere Jahrhunderte aufweisen. Ab dem 6. Jahrtausend v. Chr. ist erstmals gebrannter Ton nachweisbar und zeigt prähistorische Modelle der Töpferscheibe.

Südmesopotamien

Die Besiedelung beginnt zwischen 5000 v. Chr. und 4000 v. Chr. in der Obed-Zeit. Bauern besiedeln das Land zwischen Babylon und dem Persischen Golf, erste Landwirtschaft wird betrieben. Arbeitsteilung entsteht, die Töpferscheibe wird erfunden. Tempel aus Lehmziegeln entstehen. Seit der Uruk-Zeit (4000 v. Chr. - 3100 v. Chr.) finden sich Städte und die Anfänge der Schrift, die sich aus einem System von Piktogrammen zur sumerischen Keilschrift entwickeln sollte.

Mittelmesopotamien

In den Talebenen von Mittelmesopotamien lagen als bedeutendste Orte Sippar, Dur-Kurigalzu und Opis. Das Gebiet war begrenzt durch den unteren Diyala und dem Oberlauf des unteren Zab. Angebaut wurde in Mittelmesopotamien hauptsächlich Getreide. Wichtigster Wirtschaftszweig war allerdings die Pech- und Teerherstellung in der Region Opis.

Nordmesopotamien

Eine besondere Rolle spielte im 4. und 3. Jahrtausend v. Chr. auch das nördliche Mesopotamien, das umgangssprachlich bisweilen auch als Obermesopotamien bezeichnet wird. Hierunter fallen die Gebiete am Oberlauf des Euphrat, Tigris und Habur. Bedeutende Städte entstanden hier, wie Mari, Ebla, Hama, Hamoukar, Tell Halaf/Aleppo, Nabada, Ninive und auch Assur (Stadt).

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausend v. Chr. ist zudem eine einheitliche Kultur in diesem Gebiet zu verzeichnen, die sich unter anderem in einer standardisierten Akropolis-Anlage mit Palast und Tempeln im Zentrum der Siedlungshügel auszeichnet.


Von Sumer bis zum Ende des neubabylonischen Reichs

Textquelle: Seite „Mesopotamien“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 29. Dezember 2009, 03:30 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 11. Januar 2010, 13:43 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
  • Kommentar
  • Versenden

Galerien

Es werden 1 von 1 Galerien angezeigt

Alle Galerien anzeigen