Mona Lisa

Mona Lisa

Portrait der großen Diva

Die Mona Lisa (it.: La Gioconda, frz.: La Joconde) ist ein weltberühmtes Ölgemälde von Leonardo da Vinci.

Das auf dünnem Pappelholz gemalte Bild ist 76,8 cm × 53 cm groß und entstand wahrscheinlich vom Frühjahr 1503 bis zum Sommer 1505; andere Forschungsergebnisse gehen von einem Entstehungszeitraum zwischen 1502 und 1503 aus. Ob das Bild an beiden Seiten beschnitten wurde (vgl. die links und rechts gemalten Säulen) ist umstritten: Die Tafel ist sehr dünn und weist rundum einen vollständigen Malrand auf, was der Behauptung widerspricht.

Mona Lisa
Public Domain

Mona Lisa

Das Gemälde hängt heute im Louvre in Paris.

Beschreibung

Das Bild ist mit 77 auf 53 Zentimetern relativ klein und lässt sich folgendermaßen beschreiben:

Die junge Frau [Lisa war etwa 24 im Jahr 1503] auf dem Bild sitzt in einem Stuhl auf einem Balkon vor einer fremdartigen Landschaft. Die Armlehne des Stuhls ist ebenso wie ihr Torso parallel zur Bildebene positioniert. Das Gesicht ist dem Betrachter zugewandt, die nach links gerichteten Augen blicken ihn scheinbar an [sehr ungewöhnlich für die damalige Darstellungsweise]. Sie hat volle Wangen, eine breite Stirn und keine (!) Augenbrauen. Der linke Mundwinkel des geschlossenen Mundes deutet ein Lächeln an. Die linke Hand umgreift die linke Armlehne, und die schlanken Finger der Rechten ruhen anmutig auf der Linken. Auf ihrem Haar liegt ein feiner, durchsichtiger Schleier, ihr Kleid fällt in schlichten Falten, den Mantel hat sie sich über die linke Schulter gelegt. 

Identifizierung des Modells

Die traditionelle Identifizierung des unsignierten und nicht datierten Porträts als das der Lisa del Giocondo geht auf Giorgio Vasari zurück, den ersten Biografen der neuzeitlichen Kunstgeschichte aus dem 16. Jahrhundert. Dieser hielt fest, dass Leonardo nach seiner Rückkehr nach Florenz, also in den Jahren zwischen 1500 und 1506, ein Porträt der Lisa del Giocondo, der dritten Gemahlin des Florentiner Kaufmanns und Seidenhändlers Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo, gemalt habe. Ferner stellte der Biograf fest, dass Leonardo das Porträt selbst nach vier Jahren immer noch nicht vollendet hatte. Leonardo hatte das noch unfertige Bild auch nicht an seinen Auftraggeber Francesco del Giocondo übergeben, sondern für sich behalten.

Da nur Vasari den Namen Mona Lisa (Mona oder Monna, Abk. für it. Madonna = „Frau“) erwähnt, haben zahlreiche Historiker dessen Richtigkeit angezweifelt und nach anderen Fährten gesucht. So wird zum Beispiel behauptet, es könnte sich um die Favoritin von Giuliano I. de Medici handeln, eine gewisse Pacificia Brandano oder um eine der Mätressen von Charles d’Amboise, oder auch um Isabella d’Este, die Marquise von Mantua. Einige Forscher nehmen an, dass es überhaupt kein Modell gegeben, sondern Leonardo eine ideale Frau gemalt habe. Mancher merkt auch an, dass die Mona Lisa dem Selbstportrait ihres Schöpfers ähnlich sieht, er sich also selbst gemalt hat. Viel wahrscheinlicher wäre in diesem Zusammenhang allerdings, dass Leonardo seine Mutter porträtiert hat.

Eine weitere sehr verbreitete Theorie besagt, dass es sich bei der Frau auf dem Bild um die Herzogin Isabella von Aragonien handelt. Sie war die Enkelin des Königs von Neapel und Witwe des Herzogs von Mailand. Beide (Leonardo und Isabella) lebten gegen Ende des 15. Jahrhunderts am Hofe von Mailand.

Eine weniger verbreitete Identifizierung steht vor dem Hintergrund der mutmaßlich homosexuellen Orientierung Leonardos. Bereits 1476 wurde ihm vorgeworfen, sich an dem 17jährigen Jacopo Saltarelli vergangen zu haben, was jedoch nicht eindeutig geklärt worden ist. Leonardo soll 1490 derartig Gefallen an dem zehnjährigen männlichen Nacktmodell Gian Giacomo de Caprotti alias Andrea Salaino Florentine (1480 - 1524) gefunden haben, dass er diesen adoptierte und insgesamt 20 Jahre bis zu seinem Tod 1519 mit ihm zusammengelebte. Wegen der Gewohnheiten Caprottis, zu lügen und zu stehlen, änderte Leonardo seinen Spitznamen von „Salaino“ auf „il Salai“ (= die Ausgeburt/Brut des Teufels) oder auf Französisch „mon Salai“. Selbst wenn Giorgio Vasari mit seinem Begriff „Mona Lisa“ eine Buchstabenumstellung für „mon Salai“ gewählt hat, um indirekt die auf dem Bild dargestellte Person mit Caprotti zu identifizieren, so bleibt doch festzuhalten, dass dieses nur die Ansicht Vasaris wiedergeben würde, der Leonardo nicht persönlich kennengelernt hatte.

Derzeit geht man davon aus, dass die „Mona Lisa“ im Frühjahr 1503 von Francesco del Giocondo anlässlich des Kaufs eines neuen Hauses und der komplikationslosen Geburt eines Kindes in Auftrag gegeben wurde. Lisa del Giocondo wurde 1479 als Tochter von Antonio Maria di Noldo Gheradini geboren und heiratete Francesco am 5. März 1495. Bei der Katalogisierung eines Frühdrucks der Universitätsbibliothek Heidelberg (Signatur D 7620 qt. INC) wurde der handschriftliche Eintrag des florentinischen Kanzleibeamten Agostino Vespucci von Oktober 1503 gefunden, der u.a. davon berichtet, dass Leonardo da Vinci ein Porträt der Lisa del Giocondo anfertigte.

Textquelle: Seite „Mona Lisa“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Februar 2010, 14:06 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 26. Februar 2010, 14:06 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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