Symbolismus (Kunst)

Symbolismus

Portrait

Franz von Stuck: Die Sünde (Sin) ohne Rahmen, 1893. Öl auf Leinwand, 94,5 cm x 59,5 cm, Neue Pinakothek, München
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Franz von Stuck: Die Sünde (Sin) ohne Rahmen, 1893. Öl auf Leinwand, 94,5 cm x 59,5 cm, Neue Pinakothek, München

Der Symbolismus bezeichnet eine Kunstströmung der Malerei und Bildhauerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts, seine Hochphase fällt in die Zeit zwischen ca. 1880 und 1910.

Geschichte

Einen entscheidenden Impuls lieferte das „Symbolistische Manifest“ des französischen Dichters Jean Moréas im Jahre 1886. Ein Kernsatz dieses Manifests lautete: »Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen«. Von Frankreich ausgehend breitete sich der Symbolismus über ganz Europa aus, nachdem er erstmals 1889 bei der Weltausstellung in Paris einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht worden war.

In der vorausgegangenen Epoche des Realismus (Hauptvertreter: Gustave Courbet) vermissten viele Künstler die seelische Tiefe, die ein Kunstwerk ausdrücken müsse. Der Symbolismus wandte sich sowohl gegen die niedere Detailtreue des Naturalismus als auch gegen die verklärte Schwärmerei der Romantik. Er sieht die Welt und deren Aspekte nur als Symbole einer tieferen Wirklichkeit, und die Kunst als Mittlerin zwischen diesen Ebenen (siehe auch "Tief unten" von Joris-Karl Huysmans).

Als Spielweise des Symbolismus wird die Décadence gesehen, die versuchte, Verfall und Untergang einer Epoche künstlerisch zu begleiten und ihr Heil in überspitzter Sinneslust zu finden.

Der Symbolismus weist zahlreiche Parallelen zum Jugendstil auf. Beide gelten zusammen als Bindeglied zwischen dem vorangegangenen Impressionismus und dem nachfolgenden Expressionismus. Außerdem werden Symbolisten auch als Vorläufer der Surrealisten bezeichnet.

Themen symbolistischer Werke

In den Werken des Symbolismus gibt es besonders Motive der antiken Mythologie und biblische Allegorien. Weitere Themen sind von Traum und Ekstase durchtränkte Bildinhalte, aufgewühlte Gefühle, Unerklärliches, Krankheit, Tod, Sünde und Leidenschaft, das Aufzeigen geistiger Wirklichkeit, Phantasie, Vision, Halluzination, Meditation und Empfindung.

Die Symbolisten verherrlichten gleichermaßen das "Reine, Edle und Erhabene" im Sinne der Präraffaeliten, wie die "dunkle Seite" um die Themenkomplexe Sünde, Geschlecht, Tod und Teufel. Motive der ersten Richtung sind Engel, Hirtenidyllen, religiöse Motive, und "reine und keusche" meist in lange, weiße Gewänder gehüllte Frauengestalten.  Typische Vertreter z.B. sind Pierre Puvis de Chavannes, Maurice Denis, oder Michail Wassiljewitsch Nesterow.

Künstler des Symbolismus

  • Arnold Böcklin (1827-1901)
  • Pierre Bonnard
  • Henry Cros
  • Tivadar Kosztka Csontváry
  • Jean Dampt
  • Maurice Denis (1870-1943)
  • James Ensor (1860-1949)
  • Paul Gauguin (1848-1903)
  • Henry de Groux (1866-1930)
  • Dora Hitz
  • Ferdinand Hodler (1853-1918)
  • Fernand Khnopff
  • Max Klinger
  • Georges Lacombe
  • Frances MacDonald McNair
  • George Minne (1866-1941)
  • Jacek Malczewski
  • Gustave Moreau (1826-1898)
  • Edvard Munch (1863-1944)
  • Michail Wassiljewitsch Nesterow
  • Pierre Puvis de Chavannes (1824-1898)
  • Odilon Redon (1840-1916)
  • August Rodin (1840-1917)
  • Félicien Rops
  • Giovanni Segantini
  • Leon Spilliaert (1882-1946)
  • Franz von Stuck (1863-1928)
  • Jan Toorop
  • Edouard Vuillard (1868-1940)
  • Michail Alexandrowitsch Wrubel
  • Anselm Kiefer
  • Josef Madlener
Textquelle: Seite „Symbolismus (Bildende Kunst)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. November 2010, 19:54 UTC. URL: http://de.wikipedia.org...(Bildende_Kunst)&oldid=81034373 (Abgerufen: 9. Dezember 2010, 13:05 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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