Japanische Kunst (Geschichte)

Japanische Kunst

Portrait

Die japanische Kunst umfasst eine große Bandbreite an Stilrichtungen, Medien und Ausdrucksformen. Internationale Bekanntheit erlangten dabei besonders die Schwertschmiedekunst, Töpferkunst, Skulpturen aus Holz und Bronze, Tuschemalereien auf Seide und Papier, Kalligraphien, Webkunst, Lackarbeiten und Farbdrucke. Die älteste Kunst ist die Keramik, die bis in das 10. Jahrtausend vor Christus zurückreicht.

Im Unterschied zur europäischen Kunst, die das dekorative „Kunstwerk an sich“ schätzt, war und ist japanische Kunst immer auch Gebrauchskunst: eine Teeschale wird erst dann wertvoll, wenn die Jahre der Verwendung ihr die nötige Patina gegeben haben. Auch die Vergänglichkeit der Kunst wird geschätzt: in einem Land, das so oft von Naturkatastrophen heimgesucht wird, ist nahezu jeder Tempel viele Male wieder aufgebaut worden, und es ist die Bewahrung der Handwerkskunst, nicht des Gebäudes, die die Tradition am Leben erhält. Noch deutlicher wird diese Philosophie in den kunstvoll hergerichteten japanischen Speisen, die die Mahlzeit nicht überleben (wobei moderne Japaner in teuren Restaurants hier kurzerhand zur Handykamera greifen).

Geschichte

Historisch hat die Entwicklung der Kunst starke Wechsel erlebt, von Perioden, in denen Einflüsse von außen begeistert aufgenommen wurden und zu einer Vielzahl neuer Ideen, Synthesen und Stilrichtungen geführt hat, zu Phasen der Isolation und Abgeschiedenheit, in der das Bestehende überarbeitet und zur Perfektion gebracht wurde. Einflüsse von außen, ob aus China, Korea, Indien, ab dem 16. Jahrhundert Europa und in der Moderne den USA, wurden absorbiert, imitiert und assimiliert. Sie beeinflussten dabei japanische ästhetische Ideale und wurden von ihnen beeinflusst. Einen großen Schwung gab im 7. und 8. Jahrhundert die Einführung des Buddhismus, die sich unter anderem auf Tempelbau, Skulptur und Dichtkunst auswirkte. Im 9. Jahrhundert, nach der Abkehr von China, wurden die säkularen Künste wichtiger. Am Hof der Heian-Zeit kam die Kunst zu einer ersten Blüte. Mit dem Aufstieg des Kriegeradels entstand unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus ab dem 13. Jahrhundert ein neues ästhetisches Ideal, dass sich an Schlichtheit, Harmonie und Vergänglichkeit orientierte.

Im 15. und 16. Jahrhundert geriet das Land in politische Unruhe. Mächtige Daimyo rangen um die Vorherrschaft im Land, und gleichzeitig kamen mit den Europäern neue Ideen ins Land, allen voran das Christentum. Es war eine Zeit, in der viel Neues geschaffen, aber auch viel Altes zerstört wurde. Erst mit dem Sieg der Tokugawa kehrte in der Edo-Zeit wieder Ruhe ein, bis hin zur völligen Isolation des Landes. In den aufblühenden Städten entstand eine eigene Kunst, vor allem das Kabuki-Theater und die Ukiyo-e (Farbholzschnitte). Zuerst stand sie in Konkurrenz zur Kunst der Samurai, im 18. und 19. Jahrhundert verschmolzen beide Richtungen jedoch immer mehr.

Vincent van Gogh: Brücke im Regen (Japonaiserie)
Public Domain (Bridgeman Art Library)

In der linken Bildhälfte ist das Original von Hiroshige Uragawa. Rechts ist die Kopie von Van Gogh.

Erst mit der Öffnung Japans und der Meiji-Restauration kam eine neue Welle der Umwälzungen. Die traditionelle japanische Kunst sah sich nun der Konkurrenz europäischer Werke ausgesetzt. Dabei entstanden sowohl Stilrichtungen, die sich völlig vom alten abwandten und europäische Kunst imitierten, als auch solche, die die Tradition bewahren wollten und den modernen Zeiten anpassen. Im frühen 20. Jahrhundert kam gleichzeitig in Europa das Interesse an japanischer Kunst auf, in einer Stilrichtung, die Japonismus genannt wird.

Textquelle: Seite „Japanische Kunst“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Dezember 2010, 01:19 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 16. Januar 2011, 16:51 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
  • Kommentar
  • Versenden

Galerien

Es werden 1 von 1 Galerien angezeigt

Alle Galerien anzeigen