Erechtheion (Geschichte)

Erechtheion

Portrait

Erechtheion
Alastair Rae (CC|by-sa|2.0)

Erechtheion

Das Erechtheion ist ein Tempel im ionischen Baustil auf der Akropolis in Athen, der etwa zwischen 420 und 406 v. Chr. erbaut wurde. Die Konzeption geht vermutlich auf Perikles zurück, dieser war jedoch zu Beginn der Erbauung bereits verstorben. Als Baumeister des Tempels gelten die Architekten Philokles und Archilochos, unter deren Aufsicht der Tempel um 406 vollendet wurde.

Er steht dort, wo ursprünglich der Palast des mythischen Königs Erichthonios (Erechtheus I.) gewesen sein soll. Der Tempel fasst in einer komplexen architektonischen Gestalt mehrere alte Kulte für insgesamt 13 Gottheiten und Heroen zusammen. So enthält er das hölzerne, angeblich vom Himmel gefallene Kultbild der Stadtgöttin Athene, das jährlich am Fest der Panathenäen neu geschmückt wurde. Ferner umfasst der Bau die Erdspalte, in der eine der Athene heilige Schlange gelebt haben soll, den heiligen Ölbaum der Göttin, die Salzquelle, die Poseidon bei einem Wettstreit mit Athene entstehen ließ, und das Grab des mythischen Königs Kekrops I.

Bekannt ist das Erechtheion vor allem durch eine Vorhalle, die anstelle von Säulen von sechs überlebensgroßen Mädchenfiguren (korai) getragen wird. Sie wurden auch als Karyatiden bezeichnet (nach Auskunft des Vitruv benannt nach der Stadt Karya auf der Peloponnes); es ist aber nicht genau bekannt, wen sie darstellen sollen. Die Karyatiden gehören stilistisch zum Reichen Stil.

Im Laufe seiner Geschichte wurde das Gebäude zu verschiedenen Zwecken genutzt; dabei wurde oft auch die ursprüngliche Form beschädigt. Im 7. Jahrhundert wurde es als byzantinisch-christliche Kirche genutzt. Im Jahr 1463 diente es als Harem eines Offiziers der türkischen Armee. Eine der sechs Koren wurde 1811 von Lord Elgin nach Großbritannien gebracht (heute im British Museum); die restlichen fünf wurden Ende des 20. Jahrhunderts durch Nachbildungen ersetzt, um weitere Beschädigungen durch Smog zu verhindern (Originale im Akropolis-Museum)

Textquelle: Seite „Erechtheion“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Juli 2009, 11:33 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 15. Dezember 2009, 15:03 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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