Zentaur (Centaurus) (Astronomie)

Zentaur (Centaurus)

Portrait

Lateinisch: Centaurus | Genitiv: Centauri | Abkürzung: Cen | Fläche: 1060 Quadratgrad | Rang : 9
Rektaszension: 11h 05m bis 15h 03m | Deklination: -30°00’ bis -65°45’
Sichtbar auf Breitengraden: 25° Nord bis 90° Süd | Beobachtung in Deutschland: Februar - April
(kleiner Teil) Meteorströme: Alpha-Centauriden
Anzahl der Sterne heller als 3 mag: 7 | Hellster Stern: Toliman (α Centauri, Größe: -0,01m)
Nachbarsternbilder: Wasserschlange, Segel des Schiffs, Kiel des Schiffs, Fliege, Kreuz des Südens, Zirkel, Wolf, Waage

Beschreibung

Zentaur: Centaurus
Chaouki Kamboua CC|by|3.0|deed

Zentaur: Centaurus

Der Zentaur ist ein ausgedehntes Sternbild, das sich südlich der Wasserschlange (Hydra) erstreckt. Das Dreieck der Sterne θ, ι und ν Centauri bildet den Kopf, die südlichen Sterne, darunter die hellen Sterne α und β Centauri, sollen die Füße des Kentauren, einem Mischwesen – halb Mensch, halb Pferd – darstellen.

Im Zentauren steht das bekannte Dreifachsystem Alpha Centauri (Rigil Kentaurus) mit dem sonnennächsten Stern Proxima Centauri.

Durch den südlichen Teil zieht sich das Band der Milchstraße. Diese Region ist besonders reich an Sternen und nebligen Objekten. Omega Centauri ist der hellste Kugelsternhaufen am Nachthimmel.

Von Deutschland aus sind nur die nördlichsten Sterne des Zentauren zu sehen, die im Frühjahr tief über den südlichen Horizont ziehen.

Geschichte

Der Zentaur gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits von Ptolemäus erwähnt wurden.

Im 4. Jahrhundert v. Chr. war das Sternbild vom Mittelmeerraum aus noch vollständig sichtbar. Infolge der Präzessionsbewegung der Erde wurde das Sternbild um etwa 10° in südliche Richtung verschoben. Heute ist es erst ab dem 25. Breitengrad vollständig sichtbar.

Im Zentauren befindet sich eine kosmische Radioquelle, die als Centaurus A bezeichnet wird.

Mythologie

In der griechischen Mythologie wurden die Zentauren als barbarisch und gewalttätig dargestellt. Eine Ausnahme machte der Zentaur Cheiron, ein Sohn des Titanen Kronos. Cheiron, der als weise und gelehrt galt, zog einige der antiken Helden auf, darunter Jason, Achilleus sowie Asklepios, den er die Heilkunst lehrte.

Cheiron fand ein tragisches Ende: Als eines Tages der Held Herakles von dem Zentauren Pholos aufgenommen und bewirtet wurde kam es zum Streit, da einige vom Wein berauschte Zentauren den Helden angriffen. Herakles setzte sich darauf hin zur Wehr und tötete etliche von ihnen. Als sich einige der Zentauren zu Cheiron flüchteten, der sich aus dem Kampf herausgehalten hatte, wurde dieser versehentlich von einem vergifteten Pfeil des Herakles getroffen. Cheiron war zwar unsterblich, doch das Pfeilgift hätte ihm ein langes qualvolles Dasein bereitet. Um Cheiron von seinen Qualen zu erlösen und ihn dennoch unsterblich zu machen, versetzte ihn Zeus an den Himmel.

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