Walfisch (Cetus) (Astronomie)

Walfisch (Cetus)

Allgemeines zum Sternbild

Lateinisch: Cetus | Genitiv: Ceti | Kürzel: Cet | Fläche: 1231 deg2 |  Rang: 4
Rektaszension: 23h 56m 25s bis 3h 23m 47s | Deklination: -24° 52′ 22″ bis 10° 30′ 52″
Vollständig sichtbar: 65° Nord bis 79° Süd | Beobachtungszeit für Mitteleuropa: Herbst
Anzahl der Sterne heller als 3 mag: 2 | Hellster Stern: Deneb Kaitos (Größe: 2,04)
Nachbarsternbilder: Fische, Wassermann, Bildhauer, Chemischer Ofen, Fluss Eridanus, Stier

Beschreibung

Walfisch: Cetus
Chaouki Kamboua CC|by|3.0|deed

Walfisch: Cetus

Der Walfisch ist ein sehr ausgedehntes, aber wenig auffälliges Sternbild des Herbsthimmels zwischen den Fischen und dem Fluss Eridanus. Der größte Teil erstreckt sich unterhalb des Himmelsäquators, so dass er in unseren Breiten nicht besonders hoch über dem Horizont steht.

Das Sternbild hat keine ausgeprägte Gestalt, da die meisten seiner Sterne eine geringere Helligkeit als 3 mag aufweisen und somit nicht sehr auffällig sind.

Im Walfisch befinden sich der bekannte veränderliche Stern Mira und Tau Ceti, ein gelber Zwergstern in nur 11,9 Lichtjahren Entfernung, der unserer Sonne ähnlich ist.

Geschichte

Im antiken Mesopotamien sah man in dem Sternbild Tiamat, ein Seeungeheuer, welches das ursprüngliche kosmische weibliche Prinzip verkörperte.

Da die Konstellation unterhalb der Ekliptik liegt, ziehen Sonne, Mond und Planeten darüber hinweg. Bei den frühen Griechen stellten die Sterne daher den Eingang zur Unterwelt dar. Später identifizierte man das Sternbild als das Seeungeheuer im Zusammenhang mit der Sage um Andromeda.

Ptolemäus nahm das Sternbild in seine Beschreibung der 48 Sternbilder auf.

1596 entdeckte der friesische Pfarrer David Fabricius, dass sich die Helligkeit des Sterns ο Ceti im Laufe eines Jahres stark verändert. Er nannte ihn „Mira“, die „Wundersame“. Die Entdeckung war von großer Bedeutung, widerlegte sie doch die seinerzeit vorherrschende These, die Gestirne seien ewig und unveränderlich.

1807 wurde im Walfisch der vierte Asteroid Vesta entdeckt.

Mythologie

In der griechischen Mythologie war der Walfisch ein Meeresungeheuer, vermutlich Keto oder Ketos, dem die schöne Andromeda, Tochter des Königs Kepheus und der Kassiopeia, geopfert werden sollte. Kassiopeia hatte die Nereiden, die Töchter des Meeresgottes Nereus, beleidigt, indem sie behauptete, deren Schönheit noch zu übertreffen. Die Nereiden wandten sich an den Meeresgott Poseidon und verlangten die Bestrafung der eitlen Kassiopeia. Poseidon sandte daraufhin ein Seeungeheuer aus, das die Küsten von Kepheus´ Reich heimsuchte. Einem Orakelspruch nach konnte die Bestie nur besänftigt werden, indem ihm Andromeda, das einzige Kind des Königspaares, geopfert wurde. Andromeda wurde an einen Felsen gekettet und erwartete ihr Schicksal, wurde aber im letzten Moment durch den Helden Perseus gerettet, der das Untier tötete. Zum Lohn dafür bekam er Andromeda zur Frau.

Kepheus, Kassiopeia, Andromeda und Perseus wurden ebenfalls als Sternbilder am Himmel verewigt.

Textquelle: Seite „Walfisch (Sternbild)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. Oktober 2009, 23:16 UTC. URL: http://de.wikipedia.org...(Sternbild)&oldid=65665883 (Abgerufen: 21. Oktober 2009, 20:51 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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