Achterdeck des Schiffs (Puppis) (Astronomie)

Achterdeck des Schiffs (Puppis)

Allgemeines zum Sternbild

Lateinisch: Puppis | Genitiv: Puppis | Kürzel: Pup
Rektaszension: 6h 02m 00s bis 8h 27m 58s | Deklination: -51° 06′ 09″ bis -11° 15′ 08″
Fläche: 673 deg2 | Rang: 20 | Vollständig sichtbar: 39° Nord bis 90° Süd
Beobachtungszeit für Mitteleuropa: Teilweise im Winter
Sterne heller als 3 mag: 4 | Hellster Stern: Naos (Größe: 2,25)
Meteorströme: Pi-Puppiden, Puppiden-Veliden
Nachbarsternbilder: Großer Hund, Taube, Kiel des Schiffs, Segel des Schiffs, Schiffskompass, Wasserschlange

Beschreibung

Achterdeck des Schiffs (Puppis)
Chaouki Kamboua CC|by|3.0|deed

Achterdeck des Schiffs (Puppis)

Das Achterdeck ist ein ausgedehntes Sternbild westlich und südlich des Großen Hundes (Canis Major). Vier seiner Sterne sind heller als die 3. Größenklasse.

Durch den westlichen Teil zieht sich das Band der Milchstraße, daher findet man im Achterdeck mehrere offene Sternhaufen, wie M46, M47 und M93.

Aufgrund seiner Lage kann das Sternbild von Europa aus vollständig nur im äußersten Süden gesehen werden (Südspanien, Sizilien, Peloponnes). Von Mitteleuropa aus steigt das Sternbild bis etwas südlich zur Mitte.

Geschichte

Das Achterdeck des Schiffs ist Teil des antiken Sternbildes Argo Navis, das zu den 48 von Ptolemäus beschriebenen Sternbildern gehörte.

Der französische Astronomen Lacaille unterteilte das sehr ausgedehnte und unübersichtliche Sternbild im Jahre 1763 in die Sternbilder Kiel des Schiffs (Carina), Segel des Schiffs (Vela) und Achterdeck. Dabei wurden die ursprünglichen Sternbezeichnungen beibehalten, so dass jeder griechische Buchstabe in den drei Sternbildern nur einmal vorkommt. Daher gibt es einen Stern α Carinae (Canopus), jedoch keine Sterne α Puppis oder α Velorum.

Der Niederländer Petrus Plancius, der für seine Sternbilder meist christliche Motive verwandte, schlug für die Sterne zwischen dem Achterdeck und dem Großen Hund das Sternbild Gallus (Hahn) vor. Es sollte den Hahn darstellen, dessen Krähen Jesus Christus zeigte, dass sein Jünger Petrus ihn dreimal verraten hatte. Das Sternbild setzte sich jedoch nicht durch.

Mythologie

Argo Navis war in der griechischen Mythologie das Schiff des Jason und seiner Gefährten, den Argonauten, die das goldenes Vlies, ein goldfarbenes Widderfell suchten. Jason, Sohn des Königs Aison von Thessalien war von seinem Halbbruder Pelias um die Thronfolge gebracht worden. Jason sollte den Thron wieder erhalten, wenn er Pelias das goldene Vlies brachte – eine schier unlösbare Aufgabe, da das sagenhafte Fell in einem heiligen Hain in Kolchis von einem todbringenden Drachen bewacht wurde. Mit Hilfe der Königstochter Medea gelangte Jason jedoch in den Besitz des Fells. Das Schiff Argo und das Vlies wurden in den Himmel versetzt, letzteres als Sternbild Widder.

Im alten Ägypten war die Konstellation ebenfalls ein Schiff, mit dem ihr Gott Osiris fuhr.

Textquelle: Seite „Achterdeck des Schiffs“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. August 2009, 12:22 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 20. Oktober 2009, 19:38 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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