Kubismus

Kubismus

Picasso begründet mit Braque den Kubismus

Anfang des Jahres 1907 bereitet Picasso in zahlreichen Studien und Variationen das große Gemälde Les Demoiselles d’Avignon vor, das er im Juli beendete. Es gilt als das erste kubistische Bild, bevor der Name des Kubismus als Kunstform präsent war und leitete die als „période nègre“ bezeichneten Periode ein. Picasso hatte sich durch afrikanische Skulpturen inspirieren lassen. Das Gemälde wurde der Öffentlichkeit erst 1916 unter diesem Namen, der von seinem Freund André Salmon stammt, vorgestellt.

Reaktionen auf Les Demoiselles d’Avignon

Die Reaktionen waren bei der Erstausstellung in Picassos Atelier überwiegend negativ. Das Bild wurde weitgehend als unmoralisch angesehen und von vielen, selbst engen Freunden Picassos, heftig kritisiert. Die Kunstkritiker Félix Fénéon, Maurice Raynal, der Galerist Ambroise Vollard, die Dichter Guillaume Apollinaire, Max Jacob, André Salmon und der Maler Kees van Dongen lehnten das Gemälde ab. Selbst die Künstler aus der unkonventionellen und selbst unter starker Kritik stehende Gruppe der Fauves wie Matisse und Derain äußerten ihr Missfallen. Neben Wilhelm Uhde hatte nur Leo Stein zunächst Verständnis für Picassos neuen Stil aufgebracht, kaufte seine neuen Werke jedoch nicht mehr. 1913 wandte er sich vollständig vom Kubismus ab, während Gertrude Stein Picasso weiter förderte, sich in ihrem literarischen Ausdruck dem Kubismus näherte und im Jahr 1938 ein Buch über ihn schrieb.

Wilhelm Uhde machte den jungen deutschen Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler, der in der Rue Vignon 28 seine erste Galerie eröffnet hatte, auf Picasso aufmerksam. Kahnweiler wurde lebenslang sein wichtigster Förderer und stellte im gleichen Jahr Picassos Werke aus.[20] Picasso hatte die große Retrospektive von Paul Cézannes Werken 1907 im Pariser Salon d’Automne besucht, die ein Jahr nach dem Tod des Künstlers ausgerichtet worden war. Durch Apollinaire lernte Picasso den gleichaltrigen fauvistischen Maler Georges Braque gegen Ende des Jahres kennen; Cézanne und die Freundschaft mit Braque sollten große Auswirkungen auf den Verlauf der modernen Kunstgeschichte haben.

Zusammenarbeit mit Braque

Im Jahr 1908 malte Picasso zahlreiche afrikanische Akte unter dem Einfluss afrikanischer Skulpturen. Den Sommer verbrachte er mit Fernande in La Rue des Bois nördlich von Paris. Braque stellte bei Kahnweiler die ersten kubistischen Bilder aus dem Fischerdorf L’Estaque aus, das bereits durch die Gemälde von Cézanne bekannt geworden war. Die Ausstellung der vom „Salon“ zurückgewiesenen Bilder Braques fand eine kritische Besprechung von Louis Vauxcelles, in der es hieß: „Er verachtet die organische Form, reduziert alles – Landschaften, Figuren und Häuser – auf geometrische Schemata, auf Kuben“, und bezog sich dabei besonders auf das Gemälde Die Häuser von L’Estaque. Die davon abgeleitete Bezeichnung „Kubismus“ fand ab 1912 durch eine Abhandlung von Albert Gleizes und Jean Metzinger, „Du Cubisme“, schnell ihre Verbreitung.

Portrait Pablo Picassos von Juan Gris (1912)
Public Domain

Portrait Pablo Picassos von Juan Gris (1912)

Zwischen September 1908 und Mai 1909 sahen sie sich beinahe täglich; Kahnweiler war der Dritte im Bunde und vermittelte zwischen den vom Naturell her sehr unterschiedlichen Künstlern, dem besonnenen systematisch arbeitenden Braque und dem temperamentvollen, sprunghaften Picasso. Braque war damals künstlerisch konsequenter als Picasso. Ihre Arbeitsgemeinschaft war so intensiv, dass sich die Künstler mit den Brüder Wright verglichen, den Flugpionieren, und sich wie Mechaniker kleideten.

1908 war Juan Gris in das Bateau-Lavoir gezogen, wo er auf Picasso und Braque traf. Beide regten ihn dazu an, sich nach der Tätigkeit als Karikaturist und Illustrator für Zeitschriften, die er seit 1906 in Paris ausübte, wieder dem Malen zuzuwenden. Picasso und Gris schlossen eine enge Freundschaft und beeinflussten sich gegenseitig in ihrer künstlerischen Ausrichtung. Im Jahr 1912 entstand das kubistische Porträt Picassos von Gris.

Textquelle: Seite „Pablo Picasso“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Januar 2010, 12:31 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 7. Januar 2010, 16:24 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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