Messier Katalog

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Messier Katalog

Portrait

Der Messier-Katalog ist eine Auflistung von 110 astronomischen Objekten, hauptsächlich Galaxien, Sternhaufen und Nebel.

Geschichte

Die Objekte des Katalogs wurden zwischen 1764 und 1782 von Charles Messier, später vor allem mit Hilfe von Pierre Méchain, zusammengestellt und größtenteils auch entdeckt.

Hintergrund

Messier suchte den Nachthimmel systematisch nach Kometen ab. Dabei fand er immer wieder neblig aussehende Objekte, die Kometen ähnlich waren. Im Gegensatz zu den Kometen wiesen diese Objekte jedoch keine messbaren Eigenbewegungen auf und mussten sich somit weit außerhalb des Sonnensystems befinden. Um Verwechslungen auszuschließen, legte er daher einen Katalog mit nebligen Objekten an.

Chronologie

Das erste Objekt war der Krebsnebel (Crabnebel, Krabbennebel) im Sternbild Stier, der die Katalognummer M1 erhielt. Die weiteren Objekte wurden in der Reihenfolge ihrer Aufnahme in den Katalog durchnumeriert. Die Andromeda-Galaxie im Sternbild Andromeda hat zum Beispiel die Bezeichnung M31.

Der eigentliche Katalog enthielt letztlich die Objekte M1-M103 und wurde in drei Teilen veröffentlicht: 1774 (M1-M45 in Mémoires de l´Academie 1771), 1780 (M1-M70 in Connaissance des Temps 1783) und 1781 (M1-M103 in Connaissance des Temps 1784).

Heute umfasst der Messier Katalog noch zusätzlich die Objekte M104-M110. M104 wurde von Messier handschriftlich in sein eigenes Exemplar eingetragen. Die Objekte M105-M109 wurden von Méchain 1781 und 1782 entdeckt, und in einem Brief 1783 an Johann Bernoulli erwähnt (M108 und M109 wurden auch schon von Messier in seiner Beschreibung zu M97 erwähnt). M110 wurde schon 1773 von Messier entdeckt (aber aus unbekannten Gründen nie in seinen Katalog übernommen) und 1798 in einer seiner Veröffentlichungen beschrieben. Die "offiziellen" Einträge in den Messier-Katalog nahmen zwischen 1921 und 1966 Historiker vor. Gerechtfertigt wird ein Messier-Eintrag der Objekte M104-M110 u.a. damit, dass Messier vorhatte, eine vierte Version zu veröffentlichen, und es als sehr wahrscheinlich gilt, dass M104-M110 in dieser Version gewesen wären.

Bedeutung

Der Messier Katalog war nicht der erste seiner Art, er war jedoch der erste "brauchbare". Er hatte höchstens einen Fehleintrag (Messier 102, siehe dort) und nur zwei Einträge, die keine flächenhaften Objekte sind (Messier 40 und Messier 73). Da die Natur der Objekte des Katalogs zum Zeitpunkt der Erstellung nicht klar war, war er zusammen mit dem New General Catalogue Ausgangspunkt zur Erforschung von Galaxien, Nebeln und Sternhaufen. Auch heute noch sind die meisten Objekte des Katalogs vor allem unter ihren Messier-Nummern bekannt.

Unter Amateurastronomen und in Volkssternwarten ist der Messier Katalog insbesondere beliebt, da die darin aufgeführten Objekte bereits mit relativ kleinen Teleskopen oder starken Ferngläsern beobachtet werden können (z.B. während eines sog. Messier-Marathons).

Textquelle: Artikel Charles Messier. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12. Dezember 2006, 23:51 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 30. Dezember 2006, 22:39 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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