Frühmittelalter (etwa 395–919) (Geschichte)

Frühmittelalter (etwa 395–919)

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Nach dem Einfall der Hunnen 375 und dem Untergang Westroms 395 begann im 5. Jahrhundert und 6. Jahrhundert die sogenannte Völkerwanderung. Viele Germanische Stämme wanderten nach West- und Südeuropa ein. In die nunmehr fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschland wanderten im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Ein Großteil der Bevölkerung östlich der Elbe war daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Sprachforscher schätzen, dass etwa ein Drittel der heutigen deutschen Familiennamen slawischen Ursprungs sind. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige nordwestliche Deutschland wurde von den Sachsen beherrscht.

Das geographische Gebiet des heutigen Deutschland wurde schon vor der Antike von verschiedenen Volksgruppen und Stämmen, die unter dem Begriff Germanen zusammengefasst werden, besiedelt. Diese in der Bronze- und Eisenzeit eingewanderten indoeuropäischen Stämme bzw. deren Nachfahren vermischten sich mit den seit Ende der letzten Eiszeit ansässigen „Ureinwohnern“ und später fortwährend mit durchziehenden Völkern bzw. Siedlern (Ethnogenese), unter anderem:

* den indogermanischen Kelten im heutigen Süddeutschland, die Europas Kultur in weiten Landstrichen bis zur Spätantike prägten,
* den Römern im heutigen Süd- und Westdeutschland, deren Truppen den Süden und Westen Germaniens entlang der Donau und des Rheins bis etwa ins 5. Jahrhundert besetzten,
* den Slawen östlich der Elbe im Rahmen der Ostkolonisation vom 11. Jahrhundert bis zum 14. Jahrhundert,
* sowie anderen Völkern während der Völkerwanderung, wie etwa den Sarmaten.

Das Frankenreich Karls des Großen, für das vor allem die Merowinger die Grundlage gelegt hatten, einte das Gebiet des kontinentalen Zentraleuropa zwischen Atlantik, Ostsee und Alpensüdrand. Nach Karls Tod wurde es 843 im Vertrag von Verdun unter seinen Enkeln dreigeteilt. Das westfränkische Reich sollte die Grundlage vor allem für die Entwicklung des Königreichs Frankreich bilden. Das Ostfränkisches Reich ist eng mit der Geschichte des späteren sogenannten Heiligen Römischen Reiches verknüpft.

Mit seiner Teilung 843 begann der Zerfall des Frankenreichs. Der Sohn Karls des Großen, Ludwig der Fromme, konnte dessen Einheit noch wahren. Als Nachfolger bestimmte er seinen ältesten Sohn Lothar I. Dieser bekam das Mittelreich und die Kaiserwürde, Karl der Kahle den Westteil und Ludwig der Deutsche den Ostteil. Nach dem Tod der Söhne Lothars I. wird das einstige Mittelreich aufgeteilt unter Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen. Nach Ludwigs Tod 876 wird dann das ostfränkische Reich unter seinen drei Söhnen Karlmann, Ludwig dem Jüngeren und Karl dem Dicken ebenfalls aufgeteilt. 880 wird die Grenze zum westfränkischen Reich festgelegt, die das gesamte Mittelalter beinahe unverändert das Deutsche Reich von Frankreich scheiden sollte. Der ostfränkische König Karl der Dicke konnte nach dem Tod seiner Brüder und des westfränkischen Königs das Fränkische Reich nochmals kurze Zeit vereinigen, wurde aber nach kraftloser Herrschaft im Osten von seinen Neffen Arnulf von Kärnten, einem Sohn Karlmanns, 887 verdrängt. Mit Arnulfs Sohn Ludwig dem Kind starb 911 der letzte ostfränkische Karolinger. Um ihre eigene Macht nicht zu gefährden, wählten die Herzöge den vermeintlich schwachen Frankenherzog Konrad I. zu ihrem König (911–919).

Textquelle: Artikel Geschichte Deutschlands. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Mai 2007, 15:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 23. Mai 2007, 20:54 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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