Französische Revolution und „Befreiungskriege“ (1789–1814) (Geschichte)

Französische Revolution und „Befreiungskriege“ (1789–1814)

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In Folge der Französischen Revolution kam es 1791 zum Bündnis von Preußen und Österreich gegen Frankreich. Nach anfänglichen Erfolgen geriet die Koalition nach der Niederlage von Valmy im September 1792 in die Defensive. Es folgten bis 1809 noch vier weitere Koalitionskriege gegen Frankreich.

1799 übernahm Napoleon I. in Frankreich die Macht. Österreich musste die Österreichischen Niederlande abtreten. Die linksrheinischen Gebiete Deutschlands fielen nach dem Frieden von Lunéville 1801 ebenfalls an Frankreich. Als Kompensation für ihre linksrheinischen Gebietsverluste erhielten die mittleren deutschen Fürsten 1803 im Reichsdeputationshauptschluss rechtsrheinische Gebiete ehemals reichsunmittelbarer Stände und aus Kirchenbesitz. Außerdem erhob Napoleon Bayern, Sachsen und Württemberg zu Königreichen. Zudem erhielten Hessen-Kassel, Baden und Württemberg die Kurstimme, was eine protestantische Majorität im Kurverein brachte.

Da er wegen der neuen Mehrheiten unter den Kurfürsten nicht mehr sicher sein konnte, die deutsche Kaiserwürde auch weiterhin für das Haus Habsburg zu sichern, erhob sich der habsburgische Kaiser Franz II. 1804, er war gleichzeitig Erzherzog von Österreich, wie Napoleon selbst zum Kaiser von Österreich. Dieser Vorgang stellt einen Verfassungsbruch dar, da Österreich als Teilstaat des Heiligen Römischen Reiches und damit als Reichsstand nicht völlig souverän war. Das deutsche Staatsoberhaupt nahm damit offenkundig seinen eigenen Staat nicht mehr ernst.

1805 unterlag Österreich in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz. Es musste seine oberitalienischen Gebiete an das Königreich Italien und Vorarlberg und Tirol an Bayern abtreten. Als sich 1806 16 deutsche Fürstenhäuser zum Rheinbund zusammenschlossen, legte Kaiser Franz II. auch unter dem Druck Napoleons die deutsche Kaiserkrone nieder, nachdem er schon 1804 das Kaiserreich Österreich gegründet hatte, um mit Napoleons Kaiserkrönung gleichzuziehen.

Dies bedeutete das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das 842 Jahre Bestand gehabt hatte. Diese Übergangszeit wurde auch die Franzosenzeit genannt, in der sich das Bewußtsein an die geänderten Umstände anpassen musste.

Am 16. Oktober 1806 kam es zur Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Napoleons Truppen rückten in Berlin ein. Im Frieden von Tilsit 1807 verlor Preußen die Hälfte der nach der zweiten und dritten Teilung Polens erlangten Gebiete (Großpolen, Masowien und Danzig) an das Großfürstentum Warschau und blieb nur auf russische Intervention als Staat erhalten. Ebenso musste Österreich die nach der dritten Teilung Polens besetzten Gebiete an das Großfürstentum Warschau abtreten. Eine Erhebung in Tirol (Andreas Hofer) wurde durch Napoleon niedergeschlagen.

In Preußen kam es zwischen 1807 und 1813 zu einer Reformbewegung (Preußische Reformen) unter Stein und Hardenberg. Das Heer wurde durch Scharnhorst und Gneisenau reformiert, ebenso das Bildungswesen durch Wilhelm von Humboldt.

Nach der Niederlage Napoleons im Russlandfeldzug 1812 kam es in Preußen zu Aufständen. Als der preußische General Yorck von Wartenburg im Dezember 1812 eigenmächtig einen Waffenstillstand mit Russland vereinbarte, verbündeten sich der preußische König auf Druck der Bevölkerung mit dem Zaren gegen Frankreich.

Nach dem Beitritt Großbritanniens, Schwedens und Österreichs zum Bündnis wurde Frankreich in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 entscheidend geschlagen. Die Rheinbundstaaten wechselten auf die Seite des neuen Bündnisses. Die Befreiungskriege gegen Napoleon führten in Deutschland zu einem neuen Nationalbewusstsein.

Im Frühjahr 1814 zogen die verbündeten Truppen in Paris ein. Napoleon wurde zur Abdankung gezwungen. Als er 1815 erneut in Frankreich die Macht an sich riss, besiegten ihn die Alliierten in der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 endgültig.

Textquelle: Artikel Geschichte Deutschlands. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Mai 2007, 15:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 23. Mai 2007, 20:54 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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