Weimarer Republik (1919–1933) (Geschichte)

Weimarer Republik (1919–1933)

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Am 10. November 1918 bildete sich mit dem Rat der Volksbeauftragten eine provisorische Regierung. Am 11. November wurden durch einen Waffenstillstand die Kampfhandlungen eingestellt. Am 16. Dezember 1918 fand in Berlin der sogenannte Reichsrätekongress statt.

Zahlreiche Reformen traten in Kraft, das Frauenwahlrecht und der Achtstundentag wurden eingeführt. Der Spartakusaufstand im Januar 1919 wurde von Freikorps niedergeschlagen. Die kommunistischen Anführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden dabei ermordet. Bis Mitte 1919 wurden auch alle weiteren Versuche, sozialistische Räterepubliken in Deutschland zu etablieren, von Reichswehr- und Freikorpsverbänden gewaltsam niedergeschlagen. Zuletzt am 2. Mai 1919 die Münchner Räterepublik.

Am 19. Januar wurde die Nationalversammlung gewählt. Sie trat nicht im unruhigen Berlin, sondern in Weimar zusammen. Die Nationalversammlung wählte Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten und Philipp Scheidemann zum Reichskanzler. Nach der Weimarer Verfassung war das Deutsche Reich eine parlamentarische Demokratie. Sie sah allerdings einen starken Reichspräsidenten als Ersatzkaiser vor und konnte durch eine qualifizierte Mehrheit vollständig geändert werden.

Am 28. Juni musste Deutschland im Versailler Vertrag zahlreiche Gebiete abtreten sowie seine Kolonien dem Völkerbund unterstellen. Die Vereinigung Deutschlands mit Österreich wurde untersagt. Deutschland und seinen Verbündeten wurde die alleinige Kriegsschuld gegeben und es wurden Reparationsforderungen gestellt. Das Saarland war dem Völkerbund unterstellt und das Rheinland entmilitarisierte Zone. Außerdem gab es massive Beschränkungen für die deutsche Armee.

Das Ausbleiben von demokratischen Reformen in Militär, Justiz und Verwaltung, der als Schanddiktat empfundene Versailler Vertrag und die Dolchstoßlegende waren ein schweres Erbe für den neuen deutschen Staat, der als Republik ohne Republikaner bezeichnet wurde.

1920 kam es zum Kapp-Putsch und zu mehreren politischen Morden. Bei den Reichstagswahlen gab es große Stimmengewinne für extreme Parteien. Gemäß dem Versailler Vertrag fanden in einigen Grenzgebieten Volksabstimmungen über die zukünftige Gebietszugehörigkeit statt. Schleswig wurde nach zwei Volksabstimmungen zwischen Dänemark und Deutschland geteilt. Nordschleswig kam wieder zu Dänemark, Südschleswig blieb bei Deutschland. Nach einer Volksabstimmung vom 11. Juli blieben die Bezirke Allenstein und Marienwerder bei Preußen. Am 20. September kamen Eupen und Malmedy (bei Aachen) zu Belgien, nachdem eine Eintragung der Bewohner in öffentliche Listen eine entsprechende Mehrheit ergeben hatte.

1921 wurde die Reichswehr geschaffen. Oberschlesien wurde nach einer zum Teil von gewaltsamen Auseinandersetzungen geprägten Volksabstimmung zwischen Deutschland und Polen geteilt. 1922 begannen Deutschland und die Sowjetunion diplomatische Beziehungen im Vertrag von Rapallo.

Im Januar 1923 besetzten französische Truppen das Ruhrgebiet, um ausstehende Reparationsforderungen einzutreiben. Die Reichsregierung unterstützte den ausbrechenden Ruhrkampf. In den folgenden Monaten kam es zu einer galoppierenden Inflation, die erst im November durch eine Währungsreform beendet wurde.

Bayern wurde zum Sammelbecken rechter, konservativer Kräfte. In diesen Klima vollzog sich der Hitlerputsch. Adolf Hitler wurde zwar festgenommen und verurteilt, aber bereits nach wenigen Monaten wieder freigelassen.

1924 begannen eine Phase der relativen Stabilität. Trotz aller Konflikte schien die Demokratie zu siegen. Die Neuordnung der Währung und die im Gefolge des Dawes-Plans gewährten Kredite leiteten die Goldenen 20er Jahre ein.

Im Februar 1925 starb Friedrich Ebert, als Nachfolger wurde Paul von Hindenburg gewählt.

Der deutsche Außenminister Gustav Stresemann versuchte gemeinsam mit Aristide Briand eine Annäherung an Frankreich und eine Revision der Versailler Vertrags, was sich im Locarnovertrag 1925 und der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund 1926 zeigte.

Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 leitete den Anfang vom Ende der Weimarer Republik ein. Im Sommer 1932 erreicht die Arbeitslosenzahl die Höhe von sechs Millionen. Ab 1930 wurde Deutschland von Präsidialkabinetten ohne Rückhalt im Parlament regiert.

Es kam zu einer Radikalisierung der politischen Lage und zu Straßenschlachten zwischen der NSDAP und der KPD. 1931 schlossen sich rechte Kräfte in der Harzburger Front zusammen, die NSDAP wurde bei den Reichstagswahlen vom 31. Juli 1932 stärkste Kraft. Am 28. Januar 1933 erklärte der Reichskanzler Kurt von Schleicher seinen Rücktritt.

Textquelle: Seite „Geschichte Deutschlands“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. Juli 2009, 18:11 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 6. August 2009, 07:56 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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