Die Deutsche Demokratische Republik (1949–1990) (Geschichte)

Die Deutsche Demokratische Republik (1949–1990)

Portrait

In der neu geschaffene Volkskammer wurde Wilhelm Pieck zum Staatspräsidenten und Otto Grotewohl zum Ministerpräsidenten gewählt. Bis 1971 übte der Generalsekretär der SED, Walter Ulbricht die entscheidende Macht in der DDR aus. Die Hauptstadt war Ostberlin.

Im Februar 1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit gegründet. Im Juli wurde die Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze vertraglich vereinbart. Am 15. Oktober fanden die ersten Volkskammerwahlen statt. Es wurde über eine Einheitsliste gewählt, die nach offiziellen Angaben 99,3 Prozent der Stimmen erhält. Die Wahlpraxis der Einheitsliste bestand bis 1989.

Am 1. Januar 1951 begann der erste Fünfjahresplan. Im Frühjahr 1952 wurde in Deutschland über die Stalin-Note debattiert, sie wurde schließlich vom Westen abgelehnt. Ende April die ersten Volkseigenen Betriebe (VEB) gebildet und Anfang Juni die erste LPG.

Im Mai 1953 beschloss die SED eine Erhöhung der Arbeitsnormen. Es regte sich Widerstand. Das Politbüro der SED übte Selbstkritik und verkündete einen Neuen Kurs. Am 17. Juni kam es zum Volksaufstand, der mit Hilfe sowjetischer Truppen niedergeschlagen wurde.

In den Jahren von 1949 bis 1961 hatten etwa drei Millionen Menschen die DDR verlassen. Um ein weiteres Ausbluten zu verhindern, riegelte die DDR am 13. August 1961 die Grenze zu Berlin (West) durch die Errichtung der Berliner Mauer ab.

Anfang der 1970er kam es zu einer Annäherung zwischen DDR und Bundesrepublik, maßgeblich durch Bundeskanzler Willy Brandt initiiert. Die Gespräche zwischen beiden Staaten führten zum Grundlagenvertrag im Jahr 1973. Im Mai 1971 wurde Walter Ulbricht entmachtet, sein Nachfolger als Erster Sekretär der SED wurde Erich Honecker.

Die DDR und die Bundesrepublik wurden 1973 Mitglied der UNO. Im Mai 1974 wurden die ständigen Vertretungen der beiden deutschen Staaten in Bonn und Ostberlin errichtet. Im Ergebnis der KSZE wurde am 1. August 1975 auch von beiden Staaten die Schlussakte von Helsinki unterzeichnet. Die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann im November 1976 führte zu Protesten, vor allem von Künstlern, in der DDR.

1983 erhielt, durch Vermittlung von Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß, die DDR einen Milliardenkredit aus der Bundesrepublik, der ihre Stabilität sichern sollte. Im September 1987 kam es zum ersten Staatsbesuch Erich Honeckers in der Bundesrepublik.

Im Sommer und Herbst 1989 flohen immer mehr Bürger der DDR über Ungarn, das am 2. Mai seine Grenze zu Österreich öffnete. Ab dem 11. September konnten DDR-Bürger auch über bundesdeutsche Botschaften in osteuropäischen Staaten ausreisen.

Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und die enttäuschten Hoffnungen auf freiheitliche Veränderungen führten im Rahmen der Friedensgebete der Evangelischen Kirche zu Protestdemonstrationen, die sich, vor allem in Leipzig, sehr schnell zu friedlichen Großdemonstrationen ausweiteten.

Am 18. Oktober trat Honecker zurück. Wenige Tage später folgte ihm die gesamte DDR-Regierung. Am 9. November wurde die Berliner Mauer geöffnet. Die friedlichen Proteste in Form der Montagsdemonstrationen durch die DDR-Bevölkerung führten schließlich zum Sturz des SED-Regimes.

Am 3. Oktober 1990 wurde, gemäß Einigungsvertrag, der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes vollzogen.

Textquelle: Artikel Geschichte Deutschlands. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Mai 2007, 15:00 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 23. Mai 2007, 20:54 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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