Djoser-Pyramide

Djoser-Pyramide

Djoser-Pyramide

Portrait

Die Stufenpyramide des Pharao Djoser (Djoser-Pyramide) aus der 3. Dynastie des Alten Reiches um 2650 v. Chr. ist die älteste und mit einer Höhe von 62,5 Metern die neunthöchste der ägyptischen Pyramiden.

Die Stufenpyramide des Djoser in Sakkara gilt als das älteste, monumentale Steinbauwerk Ägyptens. Sie ist der vorläufige Höhepunkt in der Entwicklung der Grabanlagen der Könige der 1. und 2. Dynastie aus Abydos. Die Stufenpyramide mit ihren umgebenden Anlagen stellen eine Vereinigung aus den beiden Komponenten Grabbau und Talbezirk dar.

Erbauung

Djoser, der zu seiner Zeit unter seinem Horusnamen „Hor Netri-chet“ bekannt war, ließ seine Grabanlage von dem berühmten Architekten Imhotep planen und errichten.

Interessant ist die Theorie, dass König Djoser eher politische denn religiöse Gründe für den Bau dieser ersten Grabanlage hatte. Das für damalige Begriffe riesige Reich war schwer zu regieren. Zwischen den Menschen in Assuan und ihrem Pharao lagen 1.000 km. Dazu kam, dass es nach den Überschwemmungen des Nils viel Arbeit gab (pflanzen und ernten), danach aber lange Zeit gar nichts zu tun war. Das verleitete zu Streit und Scharmützel - aus lauter Langeweile.

König Djoser soll einen guten Grund gesucht haben, die Männer in der "arbeitslosen" Zeit sinnvoll zu beschäftigen und sie gleichzeitig mit einer gemeinsamen Aufgabe zu betrauen, damit sie sich kennen, schätzen und respektieren lernen sollen. Natürlich lernten diese Männer so auch ihren Pharao kennen und konnten zu Hause von ihm erzählen. Es wurden für diese Aufgabe die besten Männer des Landes ausgewählt; heute würde man sie auch als "Meinungsmacher" bezeichnen. Es bildeten sich unter ihnen Freundschaften, die alle die Streitereien und Kleinkriege verhinderten, die zuvor das Land während der "langweiligen Zeit" überzogen hatten.

Als das (Hünen-)Grab fertig gebaut war und der König noch lebte, ließ Imhotep es zuerst verlängern und schließlich um eine Stufe nach der anderen erhöhen. Dabei hatte er natürlich bald einmal mit der Statik zu kämpfen, aber er meisterte das Problem auf geniale Weise. So entstand die erste Pyramide inmitten einer Anlage, die jede Region des Landes einzeln repräsentiert.

Grabbezirk

Der Grabbezirk ist von einer 1645 m langen und ca. 10,5 m hohen Kalksteinmauer in Palastfassadenarchitektur umgeben, die durch Nischen und 14 Scheintore gegliedert ist. Wie bei den Talbezirken in Abydos liegt der eigentliche Eingang zum Grabbezirk in der Südostecke der Umfassungsmauer: eine lange Kolonnade mit auf die Wand gemauerten Zungensäulen, die Bündel von Schilfrohr imitieren.

Schon beim Betreten der Anlage fällt auf, dass bestimmte Elemente der ägyptischen Architektur, die früher aus vergänglichem Material wie Holz und Schilfmatten, hier nicht fehlen, sondern ohne Funktion in Stein nachgebildet worden sind.

Stufenpyramide

Im Zentrum des Grabbezirkes befindet sich heute die Stufenpyramide. Sie wurde jedoch von Imhotep nicht gleich als Pyramide geplant, sondern anfangs als quadratische Mastaba. Nach dem Ausgräber der Anlage, Jean-Philippe Lauer, wurde die Mastaba in fünf weiteren Bauphasen (also insgesamt sechs) zur Stufenpyramide erweitert. Auf der Ostseite der Pyramide kann man heute noch sehr deutlich die einzelnen Phasen der Erweiterungen erkennen. Mit Vollendung der sechs Bauphasen erhielt die Stufenpyramide sechs Stufen und erreichte eine Höhe von etwa 60 m bei einer rechteckigen Grundfläche von ca. 121 x 109 m.

Es gibt dort einiges Interessante zu entdecken. Zum Beispiel die ersten, steinernen Dächer, die von Steinsäulen getragen wurden. Die Steinmetze formten die Säulen als Baumstämme und das Steindach als Schilfdach, wohl weil andere Gebäude gewöhnlich so aussahen, weil sie aus eben diesen Materialien gebaut waren. Man kann von einer Terrasse neben der Stufenpyramide auch auf die Bauten der Pyramiden der nachfolgenden Könige sehen, die nicht besonders geglückt waren. Erst als kluge Baumeister die "Idealmasse" für den Bau einer Pyramide berechnen konnten und damit die Statik in den Griff bekamen, wurden alle weiteren Pyramiden so gebaut.

Bedeutung der Stufenpyramide

Die Stufenpyramide hatte eine große religiöse Bedeutung. In der Mythologie der Ägypter stieg einst der Sonnengott Re von einem Berg herab, um die Menschen zu erschaffen. Diesen Berg sollte die Pyramide nachformen, unter der der Pharao nach seinem Tode begraben wurde. Durch die Konstruktion der Stufenpyramide erschuf man eine riesige Steintreppe zum Himmel empor, die es dem verstorbenen Pharao ermöglichen sollte, zu seinem wahren Vater, dem Sonnengott, zu gelangen. Dort würde ihn dann die Unsterblichkeit erwarten, die sonst nur den Göttern vorbehalten war. Diese Pyramide realisierte also eine Verbindung zwischen Menschen und Göttern und ließ letztendlich dadurch den Pharao diese Unsterblichkeit erlangen.

Textquelle: Artikel Djoser-Pyramide. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. April 2007, 04:59 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 7. Juni 2007, 21:14 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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