Neue Sachlichkeit

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Neue Sachlichkeit ist die Bezeichnung für eine Stilrichtung in der Malerei, Literatur, Filmkunst und Architektur, die vor allem in den 1920er Jahren von Bedeutung war. Der Begriff wurde von dem Kunstkritiker Gustav Friedrich Hartlaub anlässlich einer retrospektiven Ausstellung 1925 in Mannheim geprägt. Die Neue Sachlichkeit lässt sich kunsthistorisch als Bindeglied zwischen Expressionismus, Dadaismus und Surrealismus verstehen und übte starken Einfluss auf den Sozialistischen Realismus aus.

In der Kunst wird die Neue Sachlichkeit meist in drei separate Strömungen unterteilt:

Verismus

Gedenkmarke Christian Schad 1994
Public-Domain-Bild (Amtliches Werk)

Gedenkmarke Christian Schad 1994

Im Verismus gestaltet sich die Neue Sachlichkeit als eine politische Kunst, die sich kritisch mit der Gesellschaft der Weimarer Republik auseinandersetzt und mit sozialistischen und kommunistischen Zielen solidarisierte. Aber auch auf die andere Richtung, die Entwicklung einiger Künstler aus der Neuen Sachlichkeit in Richtung Nationalsozialismus, wird von Kunsthistorikern hingewiesen. Beispiele dafür sind z.B. in Österreich Sergius Pauser und Ernst Nepo.

Die wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit waren Otto Dix, Elfriede Lohse-Wächtler, Christian Schad, George Grosz, Conrad Felixmüller, Georg Schrimpf und Rudolf Schlichter. Die Veristen entwickelten einen der bekanntesten Topoi der Neuen Sachlichkeit in der Gestalt inhaltlich provokanter Darstellungen, häufig bis ins Groteske übersteigert, mittels altmeisterlicher Techniken.

Klassizismus

Die Entstehung der Neuen Sachlichkeit mit ihrem Rückgriff auf traditionelle Techniken und Malweisen gab auch einer politisch wenig interessierten Gruppe von Malern Raum, die sich formal von einer post-futuristischen Künstlergruppe um die italienische Zeitschrift Valori Plastici (u.a. Giorgio de Chirico) beeinflussen ließ. Ihre wichtigsten Vertreter waren Georg Schrimpf und Alexander Kanoldt, mit ihrem akademischen Stil gelten sie als die Idylliker der Weimarer Republik.

Magischer Realismus

Die Unterteilung der Neuen Sachlichkeit in Veristen und Klassizisten nahm bereits Hartlaub bei der "Taufe" vor. Den Begriff Magischer Realismus hingegen führte Franz Roh ein. Anfangs noch konkurrierend zum Oberbegriff verwendet, wird damit heute eine dritte Strömung bezeichnet, die sich als eine Brücke zum Surrealismus verstehen lässt. Der bekannteste Vertreter des "Magischen Realismus" ist Franz Radziwill, weitere Vertreter sind Richard Oelze, Carl Grossberg, Herbert Böttger.

Textquelle: Artikel Neue Sachlichkeit. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. Oktober 2006, 16:26 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 11. November 2006, 22:50 UTC) ---- Artikel Neue Sachlichkeit (Kunst). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 4. November 2006, 18:08 UTC. URL: http://de.wikipedia.org... (Abgerufen: 11. November 2006, 23:02 UTC) Lizenz: CC-by-SA-3.0
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